Posts mit dem Label Konstanz werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Konstanz werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 2. Januar 2026

Anyplace, anywhere, anytime ***

 



 

 

 

 

 

 

 



Konstanz erweist sich als perfekter Ort, um ein Jahr spätzlesmäßig ausklingen zu lassen. Und, um ein neues genauso einzuläuten.

Während frankophile Freunde am nahen Seerheinufer eine Partie Boule spielen, entdecke ich ein Bistro  mit eher angelsächsischen Wortspielereien. Nach einer Abfolge von mehreren Feiertagen fallen  Heerscharen örtlicher Großfamilien vollkommen ausgehungert ein. Denn angesichts leergeplünderter  heimischer Kühlschränke lockt hier ein nie versiegendes Schlaraffenland : "Das Sortiment des E-Centers ist die Vorratskammer unserer Köche. "

Menge: alles, was auf einen Teller passt 
Spätzle: "hausgemacht" bedeutet wohl: nicht im Freien zubereitet 
Käse: hier kommt der vielzitierte "Spätzleskäs" zum Zug: eine geheime Mischung aus Emmentaler und Bergkäse
Zwiebeln: Fertigknurpselware
Viskosität: kommode Konsistenz
Beilage: endlich ein perfektes 50:50-Verhältnis von Kässpätzle und Salat (Acker- und andere Blattsalate, fein gestiftelte Möhren, Gurkenscheiben, Cherrytomatenhälften, eingelegte Paprika)
Zubereitungszeit: 5 Minuten nach der Bestellung rappelt schon der Beeper in der Hosentasche
Abgang: erstaunliche Anpassungsfähigkeit zwischen Frühstücks- und Abendbüffet
Preis: sensationelle Preise wie vor 10 Jahren: 8,90 Euro mit allem Drum und Dran
Bewertung: "Hast Du das alles aufgegessen? Das hätte ich nicht gedacht", staunt der frankophile Boule-Freund. Denn es hat mir sichtlich geschmeckt - trotz befürchteter Convenience-Falle. 

Lokalität: Annie Times 
im Konstanzer E-Center
Reichenaustraße 36
78467 Konstanz
Tel. +49 (0)7531 1320-0
E-Mail: info@edeka-baur.de

Sonntag, 2. September 2018

Unter einem guten Stern ****

















Während draussen vor der Türe, am Bodanplatz, ein vermeintlicher Genussmarkt tobt, spielen sich die wahren Genüsse hinter geschlossenen Türen und auf der 1. Etage ab. Im stilvollen Ambiente längst vergangener Zeiten wird im Goldenen Sternen bei blank geputztem Tafelsilber und gestärkten weißen Tischdecken feinste Küche zelebriert. Hier werden die Speisen noch auf einem Wägelchen angerollt und unter einer Cloche warm gehalten.

Menge: mehr als ausreichend
Spätzle: breite, füllige, handgeschabte Prachtstücke
Käse: reiner Emmentaler, mit Sahne verfeinert
Zwiebeln: reichlich crispy Röstzwiebeln
Viskosität: samtweiche, butterzarte Konsistenz
Beilage: ein Gedicht von einem Beilagensalat: zarte Kopfsalatblätter, würziger Rucola, Möhrenspiralen und Tomatenstückchen
Zubereitungszeit: etwa 20 Minuten
Abgang: macht satt und glücklich
Preis: ambitionierte, aber angemessenene 14,50 Euro (inklusive Beilagensalat)
Bewertung: Gehobene, leicht skurrile Gastrokultur mit kuriosem Service. Einzigartig: ein ausladendes Spirituosenregal als Raumteiler.

Lokalität: Hotel Restaurant Goldener Sternen
Bodanplatz 1
78462 Konstanz
Telefon   +49 7531 / 25228
Telefax   +49 7531 / 21673
E-Mail: info@goldener-sternen-konstanz.de

Mittwoch, 27. Juli 2016

Entschleunigung bei Eugen ****


















Bio, vegan, vegetarisch und glutenfrei - das Eugens überschlägt sich geradezu mit alternativen Speisenangeboten. Wenn es dabei noch köstlich schmeckt und die Location ein angenehmer Ruhepol im sonst umtriebigen Konstanz darstellt, wähne auch ich mich im siebtem Gastronomiehimmel.

Bei Eugen sitzt man mittendrin und doch in einem Kokon der Entschleunigung. Hier findet man genügend Zeit für Genuss, Gespräche oder Chill-out unter südlicher Sonne - und das nur wenige Schritte entfernt von Hafen, Bahnhof und Fußgängerzone.

Menge: als kleine oder große Portion erhältlich (mir reicht ausnahmsweise die kleine!)
Spätzle: hausgemachte Krätuerspätzle
Käse: herzhaft-aromatischer Tiroler Bergkäse
Zwiebeln: breite Zwiebelstreifen, hellblond angeschmälzt
Viskosität: fest und kompakt
Beilage: frische Blattsalate in Olivenöl-Dressing, mit angeröstetem Sesam und Kürbiskernen (oh, lecker!)
Zubereitungszeit: 20 Minuten
Abgang: beglückend, da vollwertig
Preis: 11,50 Euro (inklusive Beilagensalat) für die kleine Portion - 14,00 Euro für die große
Bewertung:  Grundehrliche, würzige, wohlschmeckende Interpretation meiner Leibspeise. Sympathisch: die Wahl zwischen zwei  Portionsgrößen.

Lokalität: Eugens
Münzgasse 1 / Ecke Brotlaube
78462 Konstanz
Tel.: +49 (0) 7531 9768689
E-Mail: info@eugens.bio

Sonntag, 6. Januar 2013

Das Leben ist zu kurz ... ***

















... übertitelt der Ziegelhof jeden seiner Rechnungsausdrucke. Zu kurz für schlechte Musik? Für Trennkost und Diät? Für dumme Laberei?

Immerhin ist mein letzter Abend in Konstanz nicht zu kurz für ein paar Abschieds-Käsespätzle im Ziegelhof. Reichlich Parkplätze vor der Tür, verkehrsgünstige Lage und eine gutbürgerlich anmutende Speisekarte ohne viel Chi-Chi versprechen einen entspannten Besuch. Und brennt nicht auf dem breiten Flachbildschirm vor der Theke ein anheimelndes virtuelles Lagerfeuer?

Leider verbreitet die aufgeweckte fünfzehnköpfige Jungmännergruppe am Nebentisch (örtlicher Ruderclub? Sportverein auf Weihnachtsfeier?) einen derart hochgeputschten Geräuschpegel, dass man versucht ist, mit ein paar Ziegeln draufzuschlagen. Ruhiger wird es erst, als die legendären XXL-Schnitzel (aka "Afrikanisches Elefantenohr") ausgeteilt werden. 


Menge: überreichliche Portion, großzügig in einem gußeisernen Pfännle serviert
Spätzle: wie das selbstbewusste und sichtlich nervenstarke Servicemädel auf Anfrage und ohne Scham verkündet: von Bürger!
Käse: etwas ungleich verteilter Bergkäse
Zwiebeln: Unmengen von krossen Zwiebelringen
Viskosität: stellenweise cremig, stellenweise trocken geröstet
Beilage: bedauerlicherweise keine
Zubereitungszeit: 25 Minuten
Abgang: überzeugendes Völlegefühl
Preis: 9,50 Euro (ohne Beilage)
Bewertung: Nicht nur die Allgäuer Käsespätzle überzeugen durch Rustikalität, auch die reschen Bratkartoffeln haben Kultstatus. Biertrinkern ist das untergärige hauseigene "Brauhaus Kupfer" zu empfehlen, Digestif-Fans das badische Zibärtle. Unser Extra-Lob gilt der fränkischen Bedienung, die allseits Übersicht bewahrt und die Jungemännertruppe zähmt.

Lokalität: Gaststätte Ziegelhof
Inh. Gebhart & Gretzmeier GbR
Gottmannplatz 1
D-78467 Konstanz
Telefon +49 7531 991631
Telefax +49 7531 802 9419
E-Mail:
info@ziegelhof-konstanz.de 

Samstag, 22. Dezember 2012

Die Krönung ***

















Die Brotlaube 2a gehört durchaus zu den feinsten Adressen Konstanz´ in exquisiter Innenstadtlage. Das traditionsreiche Gebäude kann auf eine 650 Jahre alte wechselvolle Geschichte zurückblicken, die durch ein klug durchdachtes aktuelles Nutzungskonzept gekrönt wird.

Den großherrschaftlichen Eingang schmückt heutzutage ein gepflegtes, jahreszeitlich inspiriertes Pflanzengesteck neben einer Plakette des Lions Clubs und den Ausblick auf eine geschwungene, mit rotem Teppich belegte Freitreppe. Neurig emporsteigend landen wir in den großzügigen Räumen des Restaurants und Kaffeehauses Krone, das gepflegt in dunklen Tönen mit roten Akzenten möbliert ist.

Die hohe Senioren- und Rollstuhldichte des Lokals erklärt sich auch bald schon durch die räumliche Integration der Tertianum Residenz, einer exklusiven Heimstatt für begüterte Bewohner des „Troisième âge“ (wäre durchaus eine Vision für meinen nächsten Lebensabschnitt).


Menge: trotz der Darreichungsform in einem gusseisernen Pfännle eine seniorentaugliche Portion
Spätzle: die warteten bereits fertig gegart auf ihre Weiterverarbeitung
Käse: herzhafter Allgäuer Bergkäse
Zwiebeln: eine wahre Überfülle von knirschend trockenen Röstzwiebeln
Viskosität: mit sahnigem Schmelz
Beilage: leider keine - ein Beilagensalat hätte das Arrangement sichtlich aufgewertet
Zubereitungszeit: wahrlich rekordverdächtige 5 Minuten
Abgang: ein bleibendes Völlegefühl erzeugend
Preis: 8,20 Euro
Bewertung: Das überaus gepflegte, geschmackvolle Interieur und der zuvorkommende Service stimmen uns milde, auch wenn die Kässpätzle noch verbesserungswürdig sind (irritiernd: die Diskrepanz zwischen sahniger Spätzlemasse und überkrossen Röstzwiebeln). Durchaus ein feiner Ort für kleinere Familienfeiern.

Lokalität: Restaurant & Kaffeehaus Krone
Restaurantleiter: Michael Möhring
Brotlaube 2
78462 Konstanz
Tel. 07531 - 1285100
Fax. 07531 - 1285130
info@krone-konstanz.de

Dienstag, 18. Dezember 2012

Untergehende Sonne *

















Konstanz in der Vorweihnachtszeit, bei Nieselregen und klammer Kälte, ist genauso unwirtlich wie jede andere Stadt. Wer sich nicht auf dem übervollen Weihnachtsmarkt oder im von den Schweizern annektierten Kaufhaus Lago herumdrücken will, kann nur  Schutz in einer Gaststätte suchen.

Allzu heimelig wirkt die "Untere Sonne" zwar schon von außen nicht, doch die gutbürgerliche Speisekarte suggeriert bodenstädige Küche. Leider schlägt einem schon beim Eintreten ein unverkennbarer Odeur entgegen, der der Speisenaufnahme eher gegenläufig ist.

Die enge räumliche Nähe von wenig ermunternder Küche und geruchsintensiver Toilette erinnert mich leider an ein Pekingentenlokal in den Hutongs von Chinas Hauptstadt. Der Ausblick von meinem Tisch direkt durch die Anrichte auf den Küchenchef und auf die etwas kruschtelige Theke nimmt mir fast den Appetit. Immerhin versucht die etwas desorientierte Servicedame meinen aufkeimenden Unmut vage zu bändigen.

Menge: knapp den Tellerboden bedeckend
Spätzle: kurzbeinig und gleichförmig (sichtlich ein Fertigprodukt)
Käse: laut Auskunft der sich in der Küche rückversichernden Bedienung: "Emmentaler, mit Sahne verfeinert"
Zwiebeln: knurpselige Schnippsel in überschaubarem Maße
Viskosität: mantschig
Beilage: Blattsalatemischung (Radicchio, Ackersalat, grüner Salat) mit geraspelten Möhren und Fertigdressing
Zubereitungszeit: überraschend kurze 10 Minuten
Abgang: leicht brodelnd
Preis: 9,40 (inklusive Beilagensalat)
Bewertung: Hier wird leider Schmuddeligkeit mit Rustikalität und einfallslose Schlichtheit mit Bodenständigkeit verwechselt. Das in der Karte als Viertele ausgewiesene Schorle wird in einem 0,2-Liter-Glas serviert. Erst nach meiner Mengenreklamation wird irritiert nachgelegt und der fehlende Rest in einem Probierglas vom letzten Weinfest ausgeschenkt. Falls mich nicht der Hunger angetrieben hätte, wären die Kässpätzle wohl zur Hälfte zurückgegangen.

Lokalität: Restaurant Untere Sonne
Inhaber: Hans-Egon Altenburger
Hussenstr. 6
78462 Konstanz
Telefon: 07531 21964

Dienstag, 11. Dezember 2012

Spätzle à la Schmieder **


















Einmal Kliniken Schmieder, immer Schmieder. Wartet das Familienunternehmen mit der Rechtsform einer Stiftung doch mit einem überzeugenden Gesamtkonzept auf: oftmals erholsamer, weiter Blick auf den Bodensee, mediterrane Ernährungsform und eine aufmunterende "Nie Aufgeben"-Mentalität.

Als Vegetarier und Grünköstler kommt mir die hiesige Küche schon sehr nahe. Ich schwelge in Gemüsebüffets und Rohkostplatten, Goldmännchen-Tee und Buttermilch, Müsli und Tofu-Curry.

Vor allem die Konstanzer Küche würde in ihrer Gesamtheit glatt fünf meiner wohldosierten Sterne verdienen. Finden sich doch auf einem ganz normalen Wochenspeiseplan so aparte Delikatessen wie "Capellini mit Kürbisfüllung an leichter Paprikasauce, mit Kartoffeln, Bohnen und Schwarzwurzeln umlegt" oder "Lauchtörtchen in Champignonsauce mit Mandel-Broccoli".

Wieso stellen gerade die Kässpätzle einen bedauerlichen Ausrutscher da? Sinnierend kehre ich auf mein Zimmer zurück und schaue zum Trost eine Wiederholung des Konstanzer Tatorts an.

Menge: so viel wie auf einen grossen Teller passt
Spätzle: sehr teiglastige, tendenziell ziemlich trockene Knöpfle
Käse: herzhafter Bergkäse
Zwiebeln: einen Klacks geschmälzter frischer Zwiebeln obendrauf
Viskosität: Konsistenz von Dampfnudeln
Beilage: leckerer Beilagensalat nach Wahl mit dreierlei verschiedenen Dressings
Zubereitungszeit: die kennt nur der Klinikkoch
Abgang: enorm viel Flüssigkeit einfordernd (da hilft die begleitende Rahmsauce kaum)
Preis: in der Rundumversorgung inkludiert
Bewertung: Wir erinnern uns dumpf - schon bei Schmieder in Allensbach gehörten die Kässpätzle nicht zu den lukullischen Highlights. Egal, das restliche, sonst sehr hochwertige und ständig frische Essensangebot entschädigt uns für kleine Unpässlichkeiten.

Lokalität: Kliniken Schmieder Konstanz
Eichhornstr. 68
78464 Konstanz

Sonntag, 9. Dezember 2012

Rossini in Konstanz ***

















Während Konstanz noch im März frühlingshaft leuchtete, ist es im Dezember in trübe Nebligkeit getaucht. Nur der Weihnachtsmarkt flackert, blinkt und irrlichtert in allen Regenbogenfarben.

Wer seinen Hunger nicht im Stehen mit aufgedunsenen Dampfnudeln und fetttriefenden Raclettebrötchen stillen möchte, wird fast unweigerlich von den Bürgerstuben angezogen, deren Pavillon zentrumsnah zwischen Konzil, Bahngleisen, Hauptstrasse, Markstätte, Schiffsanlegestelle und Weihnachtsmarkt liegt.

Hat der vordere Bereich des Lokales noch den hölzernen Charakter eines zugigen Bahnhofwarteraumes, zeigt sich der hintere Nichtraucherbereich von der innenarchitektonischen Anmutung eines Kaffeehauses. Mit etwas retrospektivem Charme und verhaltenem Bemühen. Weshalb mein Teller den Schriftzug "Rossini" trägt, entzieht sich jedoch meiner opernhafter Vorstellungskraft.


Menge: ausreichend
Spätzle: leider zu perfekt geformt, um selbstgemacht zu sein
Käse: eine gelungene Melange aus Edamer und Bergkäse
Zwiebeln: frische, grobe Stücke, die nur kurz angeschmelzt wurden
Viskosität: leicht sahnige Fäden ziehend
Beilage:  Fehlanzeige! Drei Rucolablättchen und ein Möhrenstreifen können keinen Salat ersetzen
Zubereitungszeit: eine knappe Viertelstunde
Abgang: leichten Durst erzeugend
Preis: 8,20 Euro ohne Beilage
Bewertung: Die rezenten Käsespätzle mit pfeffrigem Unterton liegen durchaus im oberen Mittelfeld, doch es mangelt uns schmerzlich an einem Beilagensalat. Die zentrale Lage der Bürgerstuben laden auch eilige Durchreisende, Biker und Reisegruppen zu einem vollwertigen Essen ein.

Lokalität: Konstanzer Bürgerstuben
Familie Beshiri
Bahnhofplatz 7
D-78247 Konstanz
Telefon: +49 (0)7531 - 2 46 62
Telefax: +49 (0)7531 - 2 91 74
E-Mail: info@beshirigastro.deMail-Adresse

Freitag, 30. November 2012

Exxtra Larrrge ***
















Endlich wieder Konstanz - nach einer schmerzlichen Abwesenheit von mehreren Monaten! Heute mit extraordinärem Exxtra-Essen in extremer Revival-Manier.

In dieser Location war mein Mann mit seiner Ex. bereits vor 30 Jahren. Vorzugsweise nach durchtanzten Abenden im K9. Vermutlich an den gleichen Resopaltischen sitzend, mit Blick auf die gleichen Gesellschaftsspiele zum Ausleihen, umgeben von buntgekleideten Alternativmenschen und esoterischen (Lebens-)Künstlern.

Die Kässpätzle im Cafe Exxtra haben überregionalen Kultstatus, vor allem was die Quantität angeht. Doch als wir die gewohnten inhaltliche Fragen stellen, gerät  die freundliche Bedienung etwas ins Trudeln. Mich ausnahmsweise outend, überreiche ich erklärend meine Visitenkarte. Die bewirkt immerhin, dass mehrere Augenpaare - quasi als Gruss aus der Küche - überrascht über den Tesen lugen. Doch die Chefin ist nicht im Hause und hat zur Schweigepflicht verdonnert.

Menge: selbst die sogenannte "Kleine Portion" überzeugt mit sensationeller Üppigkeit
Spätzle: ist lauft Auskunft Betriebsgeheimnis
Käse: ist laut Auskunft Betriebsgeheimnis
Zwiebeln: wenn vorhanden, dann sehr fein gehackt und kaum wahrnehmbar
Viskosität: eine gelungene Melange aus softer Sahnigkeit mit fädenziehender Elastizität und krosser Oberfläche
Beilage: Die Salatvariation ist größtenteils eine liebevoll angerichtete Eimerware. Obenauf thronen Rote Bete, begleitet von frischen Gurkenscheiben und Tomatenachteln.
Zubereitungszeit: unglaubliche 7 Minuten!!
Abgang: dominierendes Völlegefühl
Preis: kundenfreundliche Staffelpreise
Kinderportion: 5,50 Euro
Kleine Portion: 7,80 Euro
Große Portion: 9,80 Euro
Happy Hour von 19-21 Uhr: 6 Euro
Bewertung: Kässpätzle als Grundnahrungsmittel! Auch um uns herum wird eifrig geschaufelt, gemampft, vertilgt. Oft in erstaunlicher Geschwindigkeit. Selbst wir bemühen uns, rasch den Tisch zu räumen, der ab 19 Uhr reserviert ist. Kein Wunder: da beginnt die Spätzle-Happy-Hour. Fazit: tolle Location für alle mit einem riesigen Kohldampf und einem Hang zu alternativem Ambiente im Stil der 60er Jahre.


Lokalität: Cafe Exxtra
Hussenstr. 28
78462 Konstanz
Telefon: 07531 / 23994

Montag, 26. März 2012

Der heisseste Ofen in Konstanz **
















Konstanz leuchtet!! Bereits Ende März breitet sich ein knalleblauer Himmel über den metallisch glitzernden Bodensee aus. Tagesausflügler, Privatiers und beneidenswerte Menschen mit Tagesfreizeit flanieren am Hafen entlang und loungen publikumswirksam und spärlich bekleidet in einem der Lokale in Ufernähe.

Für ein spätes Mittagessen fällt die Wahl auf Steg 4 - "die Genießeradresse am Konstanzer Hafen" (Eigenwerbung) mit dem heißesten Ofen am Ort (wie mir der Local Guide verrät). Gerne wird hier Pizza gegessen, wenngleich meine Wahl auf die "Allgäuer Kässpätzle mit Röstzwiebeln" fällt.

Punkt 14:05 geben wir die Bestellung auf, was der dynamischen Servicekraft ein leises Stöhnen entlockt. Die Küche hat leider schon geschlossen. Ganz entgegen meiner sonstigen Verschwiegenheit, oute ich mich als Kässpätzle-Testesserin, um meinem Anliegen etwas mehr Nachhaltigkeit zu verleihen. Der Ober bläht kurz die Backen auf und gibt zu verstehen, dass
  1. er selbst aus Köln stamme und
  2. die weltbesten Spätzle eh bei seinem Freund im Restaurant xyz in Wangen im Allgäu zu geniessen seien
Ob nun unsere Überzeugungskraft oder das Engagenment des Kölner Urgesteins gesiegt hat, weiß man nicht: jedenfalls landet eine knappe Viertelstunde später eine vage Interpretation von Allgäuer Kässpätzle auf unserem Tisch. Oh weh, wären wir besser mal nach Wangen gefahren....

 
Menge: reicht passgenau
Spätzle: dazu kann die Servicekraft leider keine Auskunft geben ("jetzt ist niemand mehr in der Küche")
Käse: dito
Zwiebeln: Hilfe! Röstzwiebelalarm! Diese schrecklichen Fertig-Pellets, die mit Zwiebeln absolut nichts mehr gemein haben, verfolgen mich seit geraumer Zeit (z.B. hier)
Viskosität: eher sämig
Beilage: keine - und das fällt etwas mager aus ....
Zubereitungszeit: 15 Minuten
Abgang: stark blähend - was sicherlich an den schwer verdaulichen und für den menschlichen Körper kaum verwertbaren Plastik-Schnipseln herrührt
Preis: 8,90 Euro (ohne Beilage, ohne Vorspeise, ohne Gruß aus der Küche)
Bewertung: 1a-Lage, bemühte Servicekraft und hoher Chillout-Faktor. Die "Röstzwiebeln" mit Kässpätzle-Garnitur entsprechen leider nicht meinen Vorstellungen.

 
Lokalität: Restaurant, Café und Bar Steg4
Inh. Stefan Müller
Hafenstraße 8
D-78462 Konstanz
Telefon +49 7531 17428
Telefax +49 7531 3697642

Freitag, 31. Dezember 2010

Jahresendspurtspätzle ****





























Zum Jahreswechsel 2010/ 2011 fahren die Gourmet-Götter noch mal ein Highlight ganz besonderer Güte auf!

Glückliche Umstände spülen uns an die Gestade des winterlich verhangenen Bodensees. Der Konstanzer Münsterhof lockt mit einer besonderen Variante meiner Leibspeise: "Hausgemachte Kräuterspätzle mit dreierlei Käse". Davon lässt sich sogar mein nichtvegetarischer Begleiter überzeugen, den es ursprünglich an diesem Abend zu den schlichten Fleischtöpfen zog. Dass er trotzdem noch seinen Gelüsten frönen kann, ist einer außergewöhnlichen Beigabe zu verdanken: die in der Pfanne kross angebratenen Spätzle (herrliche Röstaromen!) werden mit einer himmlischen Rotweinsauce serviert, deren betörender Duft mir allein schon die Sinne raubt und die den Mann zum Naschen verleitet. Jetzt verstehen wir auch, wieso ein zusätzlicher Brotkorb zum Essen gereicht wird. Durchaus zur Nachahmung empfohlen!

Menge: ausreichend
Spätzle:
hausgemachte Kräuterspätzle
Käse:
schmackhaftes Dreiergespann: Gruyère, Appenzeller, Bergkäse
Zwiebeln:
sehr würzig geschmälzt
Viskosität: sympathisch trocken
Beilage:
keine; ein zusätzlicher kleiner Beilagensalat (3,70 €) ist ratsam
Zubereitungszeit:
35 Minuten
Abgang:
wohltuend
Preis:
7,90 € (ohne Beilagensalat)
Bewertung:
die prominente Lage zu Füßen des Konstanzer Münsters, ein gut gelauntes, entspanntes Team in Küche und Service, sowie ein reizvolles regionales Speisenangebot zeichnen dieses sehr empfehlenswerte Lokal aus. Im Sommer lädt das malerische Straßencafé mit prominentem Münsterblick zum Draussensitzen ein!

Unbedingt probieren: die hier "Dünnele" genannten, ausserordentlich pikanten Flammkuchen.

Lokalität:
Münsterhof
Café ·· Bar ·· Restaurant ··
Münsterplatz 3
78462 Konstanz

Tel.: +49 (0) 75 31/363 84 27
Fax: +49 (0) 75 31/363 84 28
muensterhof-konstanz@web.de
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.