Sonntag, 9. Dezember 2012

Rossini in Konstanz ***

















Während Konstanz noch im März frühlingshaft leuchtete, ist es im Dezember in trübe Nebligkeit getaucht. Nur der Weihnachtsmarkt flackert, blinkt und irrlichtert in allen Regenbogenfarben.

Wer seinen Hunger nicht im Stehen mit aufgedunsenen Dampfnudeln und fetttriefenden Raclettebrötchen stillen möchte, wird fast unweigerlich von den Bürgerstuben angezogen, deren Pavillon zentrumsnah zwischen Konzil, Bahngleisen, Hauptstrasse, Markstätte, Schiffsanlegestelle und Weihnachtsmarkt liegt.

Hat der vordere Bereich des Lokales noch den hölzernen Charakter eines zugigen Bahnhofwarteraumes, zeigt sich der hintere Nichtraucherbereich von der innenarchitektonischen Anmutung eines Kaffeehauses. Mit etwas retrospektivem Charme und verhaltenem Bemühen. Weshalb mein Teller den Schriftzug "Rossini" trägt, entzieht sich jedoch meiner opernhafter Vorstellungskraft.


Menge: ausreichend
Spätzle: leider zu perfekt geformt, um selbstgemacht zu sein
Käse: eine gelungene Melange aus Edamer und Bergkäse
Zwiebeln: frische, grobe Stücke, die nur kurz angeschmelzt wurden
Viskosität: leicht sahnige Fäden ziehend
Beilage:  Fehlanzeige! Drei Rucolablättchen und ein Möhrenstreifen können keinen Salat ersetzen
Zubereitungszeit: eine knappe Viertelstunde
Abgang: leichten Durst erzeugend
Preis: 8,20 Euro ohne Beilage
Bewertung: Die rezenten Käsespätzle mit pfeffrigem Unterton liegen durchaus im oberen Mittelfeld, doch es mangelt uns schmerzlich an einem Beilagensalat. Die zentrale Lage der Bürgerstuben laden auch eilige Durchreisende, Biker und Reisegruppen zu einem vollwertigen Essen ein.

Lokalität: Konstanzer Bürgerstuben
Familie Beshiri
Bahnhofplatz 7
D-78247 Konstanz
Telefon: +49 (0)7531 - 2 46 62
Telefax: +49 (0)7531 - 2 91 74
E-Mail: info@beshirigastro.deMail-Adresse

Kommentare:

  1. Was den ollen Gioachino anginge, kann ich noch beisteuern, dass über Rossinis Kochkünste bekannt ist, dass sie sich wohl eher auf das Erhitzen von Wasser für Pasta bezogen (siehe auch wikipedia). Und genau das hat Familie Beshiri doch auch drauf!

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    1. Lieber Opernmatze, möglicherweise bezieht sich der Schriftzug rein kulinarisch aber auch auf die bekannten Tournedos Rossini:
      http://de.wikipedia.org/wiki/Tournedos_Rossini

      - Rinderfilets mit Gänsestopfleber und Trüffeln. Obwohl sich Ähnliches auf der Karte nicht finden liess.

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  2. Ich kenne das Lokal nur aus dem vorderen Bereich, der nicht sehr einladend ist und oft von Durchreisenden frequentiert wird, die mit Kind und Kegel und Koffer und Gepäck ein schnelles Essen einwerfen. Lieber gehe ich persönlich ins Konzil zum Essen. Ist schliesslich nur ein paar Schritte entfernt und hat Besseres zu bieten!

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  3. Genau ein Jahr später lande ich zufällig wieder auf diesem Eintrag und blicke wehmütig zurück. Übrigens ist Konstanz immer immer eine Reise wert. Egal, wo man einkehrt.

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  4. Weihnachtsmarkt. Ist der nicht bald wieder mal? Gibts dort nicht auch Stände mit Kasspatzen?

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  5. Herzhafte Winterküche liegt voll im Trend.

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