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Samstag, 5. März 2022

Nagolds schönstes Wahrzeichen ****

 



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 




Vor 200 Jahren wäre ich wohl hoch auf dem gelben Wagen übers Kopfsteinpflaster zur hiesigen Poststation gerumpelt worden. Und hätte vermutlich in den Kutscherstuben kaum etwas Habhaftes zwischen die Zähne bekommen. Mehrere große Feuersbrünste, die Ernennung zur Amtsstadt, eine Gemeindereform und eine Landesgartenschau später erstrahlt die Alte Post(station) in herrlich renoviertem Glanz und hat sich zum schönsten Wahrzeichen Nagolds entwickelt. Zu einem Ort regional-kulinarischer Genüsse obendrein.

Menge: einem hungrigen Postkutscher angemessen, doch meine eigenen Kapazitäten übersteigend (so dass die Hälfte eingepackt werden muss)
Spätzle: ein sichtliches Hausmacherprodukt
Käse: eine Spezialmischung mit Emmentaler und Bergkäse
Zwiebeln: reichlich und rezent geschmälzt
Viskosität: prall und kompakt, anfänglich noch zähe Fäden ziehend
Beilage: ein duftig-luftiges Arrangement aus Blattsalaten, frischer Kresse, feinen Möhrenstiften, etwas Kartoffelsalat und einem überflüssigen, da geschmacklosen Tomatenviertel
Zubereitungszeit: kaum länger als eine Viertelstunde
Abgang: wohltuend
Preis: 11,50 Euro (inklusive Beilagensalat)
Bewertung: regionale Speisen in hochwertiger Ausführung, sorgsam zubereitet und serviert, umgeben von einem gediegenen Ambiente. Besonderer Eye-Catcher: weinrote Ledersets (vom örtlichen Innenausstatter Ehniss) und zeitlose Sitzmöbel von Walter Knoll.

Lokalität: Alte Post
Bahnhofstraße 2
72202 Nagold
Tel. 0 74 52 / 8 45 00
E-Mail: info@altepost-nagold.de

Sonntag, 12. November 2017

Mühle am rauschenden Bach ****

















Manche Vorhaben dauern in der Umsetzung etwas länger.  Stand die Pfrondorfer Mühle schon seit Jahren auf unserer Wunschliste, führt uns erst jetzt eine Hochzeitseinladung an die Gestade des Flusses Nagold und der B 463.

Einst durch seine legendären Brathähnchen berühmt geworden, glänzt das Restaurant heutzutage mit gehobener schwäbischer Küche und einem Vorzeige-Ambiente wie aus einer frühen Ausgabe des  Landlust-Magazins. Während die ehemalige Mühle neuerdings ein kleines Wasserkraftwerk samt angrenzende Fischtreppe beherbergt, kann man in der Gaststube nicht nur rustikales Steinofenbrot und heimische Regenbogenforelle verzehren.

Menge: reichlich
Spätzle: ganz tief unten werden vage geschmackliche Erinnerungen an die hausgemachten Nudeln meiner Großmutter wach
Käse: ganz klassisch: ein Emmentaler
Zwiebeln: saftig, kräftig aromatisch und leicht süßlich angeschmelzt
Viskosität: von sanfter Geschmeidigkeit
Beilage: leider keine - mit einem extra dazu bestellten Salatteller (für etwas überzogene 5,80 Euro) ist das Gericht komplett
Zubereitungszeit: keine Ahnung: einige Aperitive und eine würzige Festtagssupe lassen uns ganz die Zeit vergessen...
Abgang: am Gaumen hält noch lange eine vollmundige Wohligkeit an
Preis: 9,00 Euro (Kässpätzle), sowie 5,80 Euro (Salatteller)
Bewertung: Freundlicher Service, gepflegte Tischkultur und geschmackliche Vielfalt überzeugen. Zu den Kässpätzle würden wir uns jedoch auch hier standardmäßig einen Beilagensalat wünschen.

Lokalität: Pfrondorfer Mühle
Pfrondorfer Mühle 1
72202 Nagold
Tel.  07452 84000
E-Mail:  info@pfrondorfer-muehle.de


Freitag, 1. September 2017

Mops Jackson mopst nicht mal ein Spätzle ***

 


Die Naturfreundehäuser, in denen wir während der letzten Monate zu Gast waren, changierten zwischen zweckmäßiger Einrichtung + ruppigem Personal / liebevoll gestaltetem Ambiente  + herzlichem Service.  Glücklicherweise gehört das Nagolder zur zweiten Kategorie. Wozu auch die anmutige Lage mit Blick auf Streuobstwiesen und die Burg Hohennagold beiträgt.

Pünktlich zum Monats- und Jahreszeitenwechsel kommt es zum großen Temperatursturz. Bibbernd und regennaß betreten wir die gemütliche Wirtsstube. Kaum auf der Eckbank Platz genommen, kuschelt sich auch schon ein feuchtes Fellbüschel an uns.

Menge: eine mächtige Portion, geradewegs für hungrige Wanderer und Biker konzipiert
Spätzle: vollschlank und vollmundig
Käse: selbst die Chefin ist sich unsicher: entweder Emmentaler (was wir bestätigen könnten) oder eine Spätzleskäs-Mischung
Zwiebeln: grazile, karamellige Röstzwiebeln
Viskosität: sahnig
Beilage: 3-Schicht-Betrieb im Einmachglas: knusprige Sommenblumenkerne auf knackig-frischen Blattsalaten auf leckerem Kartoffelsalat
Zubereitungszeit: Hausmops Jackson gestaltet uns die kurze Wartezeit so vergnüglich, dass wir jegliches Zeitgefühl vergessen
Abgang: ganz anstandslos, auch dank eines fruchtig-aromatischen Himbeergeistes (2,30 Euro)
Preis: 9,80 Euro (inklusive Beilagensalat)
Bewertung: Solide, gefällige Kässpätzle mit kreativem Anstrich (breitpinselig auf dem Tellerrand aufgetragen), sowie ansprechend präsentiertem Beilagensalat. Ausserhalb der Wertung, aber überaus  positiv anzumerken: die grandiosen hausgemachten Haselnuss-Gnocchi mit Pfifferlingen (14,90 Euro).

Lokalität: Naturfreundehaus Nagold
In den Mulden 1 
72202 Nagold
Tel. 07452/4147
E-Mail: info@Naturfreundehaus-Nagold.de

Dienstag, 14. Oktober 2014

Spätzle Carbonara *

















Käsespätzle arbeiten sich mehr und mehr in die Riege internationaler Speisen empor. Erst in den letzten Wochen durften wir sowohl eine türkische als auch ein griechische Variante goutieren. Andererseits scheinen wiederum Bestandteile und Beschaffenheit des originären Rezeptes in Vergessenheit zu geraten und in einer verwässerten Crossover-Küche unterzugehen.

Heute stranden wir auf der Durchreise in der hübschen Nordschwarzwaldstadt Nagold, die erst vor zwei Jahren als Austragungsort der Landesgartenschau runderneut und schmuck herausgeputzt wurde. Zu den Gewinnern der neuen Mitte zählt eindeutig das La Meo - Bistro, Bar, Club und Restaurant mit stylishem Ambiente und beeindruckend langen Öffnungszeiten.

Menge: mehr, als ich verdauen konnte
Spätzle: eindeutig Fertigware mit dem Habitus von Spaghetti
Käse: vielleicht Sahne? Oder Streichkäse? Eine ungekannte Fertigmischung? (die Bedienung wusste es auch nicht...)
Zwiebeln: leider absolute Fehlanzeige bei den angekündigten Röstzwiebeln
Viskosität: schlüpfrig-sahnig
Beilage: eine vollkommen geschmacksneutrale, ungewürzte Dekorationsbeilage aus Möhrenstiften, Dosenmais, blässlichem Eisbergsalat, sowie je zwei Scheiben Gurke und Tomate
Zubereitungszeit: viel zu kurz, um glaubhaft eine frische Zubereitung zu suggerieren
Abgang:  liegt mir kloßartig, aber glücklicherweise beschwerdefrei im Magen
Preis: 8,50 Euro (inklusvie Salatbeilage)
Bewertung: Diese vermeintlichen Käsespätzle (ohne Zwiebeln) kommen eher wie Spaghetti Carbonara (ohne Speck) daher. Bei aller Internationalität wünsche ich mir mehr Rückkehrbesinnung zu den Wurzeln regionaler Speisen.

Lokalität: La Meo
Freudenstädter Str. 25
72202 Nagold
Telefon: 07452 / 810373

Dienstag, 24. Juni 2014

Essa ond Drenga ***

















Soviel Trainspotting war noch nie. Wer ahnt schon, dass Nagold über vier Bahnstationen verfügt? Und die liegen allesamt an der aufmerksamkeitsträchtigen Kulturbahn-Strecke, die auf über 100km Länge kulturelle Vielfalt jeglicher Couleur bietet.

Das Nagolder Bahnhöfle scheint sich vor allem deftiger schwäbischer Ess- und Sprachkultur verschrieben zu haben. Die mit "Essa ond Drenga" übertitelte Karte glänzt mit regionalen Klassikern wie Griebenschmalzbroten, Flädlesuppe und Fleischküchle. Gerne wird dazu eine Hochdorfer Goldkrone oder ein spritziges Mostschorle (0,3 Liter für 2,10 Euro) getrunken - letzteres wahlweise auch mal als exotische Ananas-Mostbowle.

Die Kässpätzle paaren überraschende Röstaromen mit leicht sahniger Grundkonsistenz. Guter Mix!

Menge: deutlich mehr, als zu bewältigen wäre
Spätzle: Hofbauerspätzle der Marke Seitz
Käse: Emmentaler, der Klassiker
Zwiebeln: statt Zwiebeln möchten wir eine Besonderheit anpreisen: aromatisch angeröstetes Paprikagemüse als Deko!
Viskosität: geschmeidig, mit kross angebratenen Stellen
Beilage: in der kleinen Salatschüssel befindet sich ein Achtel Salatkopf am Stück, geschmeidiger Kartoffelsalat und Streifen würzigen Krautsalats - von einem leichten Sahnedressing bedeckt
Zubereitungszeit: kurz und knapp: 10 Minuten
Abgang: macht satt, satt,satt
Preis: solo, ohne Beilagen: unschlagbare 4,20 Euro / mit kleiner Salatschüssel: 6,90 Euro
Bewertung: Sensationeller Preis bei riesigen Portionen und fixem Service. Von der verkehrsgünstigen Lage (drei Schritte vom Bahngleis entfernt, sowie jede Menge kostenloser Parkplätze vor der Türe) ganz abgesehen. Sobald die Spätzle aus eigener Produktion kommen, legen wir noch einen Stern obendrauf. Versprochen!

Lokalität: Gaststätte Bahnhöfle
Bahnhöfle Gastro GbR
Am Bahnhof 2
72202 Nagold
Telefon: 07452 3266
Telefax: 07452 823890
E-Mail: info@bahnhoefle-nagold.de

Montag, 27. August 2012

Mit Adleraugen ***

















Vom Falken zum Adler - ein Tag im Zeichen des Greifvogels. Ein August-Sonntag auf der Landesblümchenschau erfordert vorzügliche Kondition und hohe Belastbarkeit. Noch nachmittags sind wir domestizierten Falken auf der Spur, doch schon am frühen Abend treibt uns ein Bärenhunger in die ortsansässigen Gastronomie.

Der Nagolder Gewerbeverein hat weder Mittel noch Wege gescheut, um Tagestouristen zu längerem Bleiben zu verleiten. Nach dem kürzlichen Kässpätzle-Mittagssnack steht uns heute der Sinn nach gehobener Kulinarik.

Malerisch lehnen sich die Mauern des altehrwürdigen "Adlers" an die Grenzen des Gartenschaugeländes. Bereits beim Eintreten breitet das Wappentier seine Flügel auf dem rot-grünen Teppich aus. Trotz vollem Haus ergattern wir noch den letzten freien Tisch zwischen gepflegt feiernden Großfamilien. Ausladende Teller mit minimalistischen Speisen signalisieren: hier ist die Haute Cuisine zu Hause.


Menge: auf den ersten Blick: überschaubar
Spätzle: fein, wohlgeformt, hausgemacht
Käse: Lindenberger
Zwiebeln: einige sparsame Streifen würzig geschmälzter frischer Zwiebeln
Viskosität: kompakte, relativ feste Spätzlemasse, die gepflegte Fäden zieht
Beilage: ein laut Karte "großer Beilagensalat" erfreut mit Blattsalaten, geraspelter Gurke, Rettich und Möhre, sowie würzigen Paprikastreifen und einigen Kressestengelchen - leider etwas zu sehr vom abgestandenen Dressing beschwert
Zubereitungszeit: 40 lange Minuten (bei vollem Haus)
Abgang: etwas ziepend
Preis: mit 11,80 (inklusive Beilagensalat) eindeutig im oberen Preissegment liegend
Bewertung: Abgesehen von der strapaziösen Wartezeit, die auch dem Beilagensalat nicht gut getan hat, nähern sich die Käsespätzle der angestrebten Top-Form: kompakt, ohne sahnige Schwere, jedoch mit leicht buttrigem Unterton und fein überbackener Oberfläche. 

Lokalität: Hotel Restaurant Adler
Familie Stikel
Badgasse 1
D-72202 Nagold
Telefon +49 (0)7452 86900-0
Telefax +49 (0)7452 86900-200
E-Mail info@hotel-adler-nagold.de
 

Donnerstag, 7. Juni 2012

Hüftengold in Nagold ***


















Tja, so ist das mit der Energiebilanz: Selbst bei erhöhter Aktivität vermag der Kässpätzle-Esser längst nicht jede einverleibte Kalorie zu verbrennen. Ich denke nur an hochenergetischen Käse der Vollfettstufe, mehllastige Teigwaren und fettriefende Sahnesaucen (die eh nicht ins Programm gehören).

So wandern wir heute stramm von Nebringen nach Nagold, um am frühen Nachmittag prompt wieder einem lokalen Kässpätzlegericht zu verfallen. Fronleichnam und örtliche Landesgartenschau verdichten sich zu einer gefährlichen rush hour in Sachen Nahrungsaufnahme. Im zentral gelegenen COC empfiehlt sich Durchsetzungskraft zur Organisation eines freien Tisches - und ein Übermaß an Geduld für Bestellungen und Retouren von Fehllieferungen. Hier zeigen sich die Qualitäten der nervenstarken und absolut coolen Mädels im Service.So cool, dass auch Zahlungswünsche gerne überhört werden.
 
Menge: Hätte deutlich mehr sein können!
Spätzle: durchaus in Ordnung, jedoch etwas zu schal gewürzt
Käse: kräftiger Bergkäse
Zwiebeln: knusprige Röstzwiebeln in Höchstform
Viskosität: dynamisch
Beilage: eine sehr überschaubare, knapp gehaltene Salatbeilage aus Kartoffelsalat, Blattsalat und geraspelter Möhre
Zubereitungszeit: 20 Minuten
Abgang: etwas quälend
Preis: 8,80 Euro
Bewertung: Vom Ansatz her gute Ware, jedoch zu sparsam eingesetzt. Zentraler Standort, jedoch an Feiertagen überlaufen. Innovatives Konzept, jedoch mit magerem personellen Unterbau. Ein zweiter Testbesuch am folgenden Tag bestätigte leider unseren Eindruck. Gerne kommen wir nach der Gartenschau wieder.

Bis dahin empfehlen wir einen Cappuccino nach Schweizer Art (mít aufgeschäumter Milch und Sahne). Ersetzt glatt ein Mittagessen. Zumindest in der Energiebilanz.

Lokalität: COC Stadtrestaurant
Vorstadtplatz 7
72202 Nagold

E-Mail: info@coc-online.de Diese E-Mail-Adresse ist durch JavaScript vor Spambots geschützt! JavaScript muss eingeschaltet sein!
Telefon: 07452 / 67275
Fax: 07452 / 69360
Information: Öffnungszeiten:
So.-Do. 07-22 Uhr
Fr. und Sa. 07-24 Uhr