Donnerstag, 6. Juni 2013

Passionierte Spätzle **





























Auf Recherche-Reise in Oberammergau. Wo seit 1634 die legendären Passionspiele aufgeführt werden, fühlt man sich der göttlichen Dreieinigkeit gleich viel näher. Besonders wenn man einen begehrten Sitzplatz vor der Alte Post ergattert, die an einer strategisch wichtigen Kurve der zentralen Dorfstrasse gelegen ist.

Hier kann man allen aufgebrezelt vorüberbrausenden Cabriofahrern zuwinken, sowie einen verheißungsvollen Blick auf die Schaufenster einheimischer Holzschnitzkunst werfen. Wer ahnt schon, dass Oberammgergau mit dem weltgrößten geschnitzten Abendmahl aufwarten kann?

Weniger verlockend gestaltet sich unser eigenes bescheidenes Abendmahl. Internationale Gäste und angesagte kulturelle Veranstaltungen sind dem Niveau des Traditionslokals nicht nur zuträglich. Die Servicedame agiert uninspiriert und gelangweilt, das Weinschorle schmeckt abgestanden und schal, selbst die Käsespatzen entpuppen sich als enttäuschender Tiefpunkt.


Menge: nicht übermäßig viel, doch angemessen für den günstigen Preis
Spätzle: derart bröselig-trockene Knöpfle, dass sie mir einzeln von der Gabeln purzeln
Käse: scheinbar nicht vorhanden
Zwiebeln: wie Minitatur-Chips schmeckend
Viskosität: die kloß-artigen Knöpfle liegen wie eingedampfte Pellets ausgetrocknet auf dem Teller
Beilage: Beilagensalat in leichter Sahnesauce: Blattsalate, würziger Rucola, Gurkenscheiben und überraschenderweise mit Kümmel abgeschmeckte Karottenstiftchen
Zubereitungszeit: 25 Minuten
Abgang: vagen Hunger hinterlassend
Preis: 7,40 Euro (inklusive Beilagensalat)
Bewertung: Eine Anhäufung von trockenen Teigklumpen im gusseisernen Pfännle machen noch keine Käsespatzen! Die unschlagbare Lage des schmucken Gebäudes und der abendliche Blick auf das Bergpanorama stimmen uns dennoch etwas versöhnlich.

Lokalität: Hotel Alte Post GmbH
Dorfstraße 19
82487 Oberammergau
Postfach 89
82483 Oberammergau
Tel.: 0 88 22 / 91 0-0
FAX: 0 88 22 / 91 0- 100
e-mail: info@altepost.com

Kommentare:

  1. Also ehrlich gesagt mag ich es auch nicht so trocken. Möglicherweise will der Gastronom damit den Getränkekonsum ankurbeln?

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  2. Kann auch ein regionaler Habitus sein. Hier werden die Weinschorle ja standardmässig in Halblitergebinden ausgeschenkt. Da staunt unsereins schon mal. Aber ich könnte mich daran gewöhnen.

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  3. Sieht ganz schön schwurbelig aus.

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