Samstag, 24. April 2010

Speisung der Zehntausend *

























Wenn das traditionsreiche Böblinger
Möbelhaus Gamerdinger seine Rabattmarken versendet, strömt das halbe Gäu in Richtung Kreisstadt. Doch statt für Sofas und Bettvorleger interessiert es sich eher für verbilligte Riesenschnitzel und Frühstücksportionen zu Dumpingpreisen. Kaum ein Lokal dürfte stärker frequentiert sein als die Gamerdinger`sche Kantine an einem schnöden Samstag, wo man sich beim stundenlangen Anstehen vor der Essensausgabe mit türkischen Großfamilien und aufgeweckten Rentnerpaaren verbrüdern kann. Doch Katastrophe: das Böblinger Vorzeige-Möbelhaus wird mitten in der Finanzkrise vom österreichischen Moloch XXXL Lutz aufgekauft. Nicht genug des Piefke-Schmachs - Gamerdinger bläst zum letzten Halali und lädt seinen Stammkunden zum finalen Essenfassen unter verschärften Kampfbedingungen ein. Da dürfte klar sein, was ich mir ein letztes Mal wünsche!

Menge:
viel Volumen für wenig Geld
Spätzle: eine undefinierbar zusammengeklitterte Masse
Käse:
wenn überhaupt, dann Analogkäse
Zwiebeln: ein Fremdwort
Viskosität:
knääätschig
Beilage:
geschmacksneutrale Salatdeko
Zubereitungszeit:
ratzfatz
Abgang:
beschwerlich
Preis:
mit dem Rabatt-Bon sensationelle 1,90 Euro
Bewertung:
Selten kann man so kostengünstig seinen Magen füllen - und das nachhaltig für Stunden. Dabei ist der soziale Erlebniswert extrem hoch. Aus dem Augenwinkeln registriere ich die ersten Schlägereien an der Essensausgabe. Macht nichts: Hauptsache, ich bin satt!

Lokalität:Möbel Gamerdinger GmbH & Co. KG
Otto-Lilienthal-Strasse 8-16

71034 Böblingen






Kommentare:

  1. Aber lustig war es doch immer.Bleibt die Essensausgabe erhalten?

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  2. Bloß kein falscher Neid. Die Ösis waren schon immer die besseren Deutschen.

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  3. Bin dem XXXL-Club beigetreten. Habe ein dickes Gutscheinheft für obskure Essensvariationen erhalten. Nur die Kässpätzle fehlen noch. Warte so lange mal ab. In der Stuttgarter Zeitung wurden übrigens schon Köche und Servicekräfte gesucht.

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  4. Die heißen doch längst XXXXXXL und inzwischen geht hier kein Schwein mehr essen.

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