Freitag, 23. September 2016

Götterdämmerung *

















Wieso sollte man Hunderte von Kilometern im Stau stecken, in fremde Bundesländer vordringen und das Mühsal anstrengender Reisen auf sich nehmen, wenn man zünftiges Bayern-Feeling direkt vor der Haustüre haben kann? Quasi ein ganzjähriges Oktoberfest? Und das noch verbunden mit einem herzergreifenden Blick auf den Rhein und die vorübergleitenden Schiffe?

Dachte man sich wohl im malerischen Ort Götterswickerhamm. Zimmerte eine urige Holzhütte neben die Minigolfanlage der Rheinwacht, verzichtete auf Küche und Toiletten und steckte das Service-Personal in dirndelige Outfits.

Menge: passt in einen hohlen Zahn
Spätzle: die größte Leistung war wohl, eine Tüte Fertigspätzle aufzuschneiden
Käse: sieht nach einer kaum geschmolzenen Scheibe Scheiblettenkäse aus
Zwiebeln: was die Karte experimentell als Schmorzwiebeln ausweist, entpuppt sich als sauerkrautige Anmutung
Viskosität: so trocken und unhandlich, dass uns die lauwarmen Fertigspätzle permanent von der Gabel purzeln
Beilage: der Beilagensalat glänzt als einziger Bestandteil dieses Gerichts mit rudimentärem Geschmack: dank des zuckrigen Salatdressings und der Tomatenviertel, die keinen weiten Anfahrtsweg aus Holland hatten
Zubereitungszeit: so kurz, dass nicht mal die Mikrowelle aufheizen konnte
Abgang: denselbigen machen wir möglichst zügig
Preis: geradezu unverschämte 9,50 Euro (inklusive Beilagensalat)
Bewertung: Wohl die schlechtesten Kässpätzle seit der Geschichtsschreibung dieses Blogs. Auf jeden Fall die schlechtesten westlich des Sauerlandes. Den einzigen Stern vergeben wir gnädig aufgrund des sensationellen Ausblicks auf den Rhein.

Lokalität: Rheinwacht
Urweisse-Hütte
Dammstr. 46
46562 Voerde
Telefon: 02855 30 61 63
E-Mail: info@rheinwacht.com

Kommentare:

  1. Die Nagold Sisters29. September 2016 um 21:13

    Da verzichten wir lieber auf die Wacht am Rhein und bleiben an den Gestaden der Nagold. Spätzle kann nicht jeder.

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  2. Sieht schäbig aus und genauso hat es wahrscheinlich geschmeckt.

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  3. Aber Götterswickerhamm ist und bleibt ein Sehnsuchtsort für mich. Mehr Rheinblick, mehr Atmosphäre, mehr Schiffekucken geht fast gar nicht. Nächste Jahr auf jeden Fall wieder, aber dann ess ich lieber wieder Fisch... Und zwar nebenan...

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