Dienstag, 14. Februar 2012

Mauren, mon amour **
















Ausflüge ins verwunsche Örtchen Mauren (5 Häuser, 2 Misthaufen, 1 Landgasthof) haben bei uns eine lange Familientradition. Schon Vater Hans stöhnte in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts über die sonntäglich verordneten Wanderungen von Downtown Böblingen hinaus ins Ländliche. Auch bei mir waren die zahlreichen Kindergarten- und Schulausflüge nicht immer beliebt. Erst in den 70er Jahren entwickelte sich der Gasthof Grüner Baum zu einem veritablen Off-Off-Szenelokal, betrieben von Künstlern, Literaten, Aussteigern.

Noch immer kann man sommers unter dichten Kastanienbäumen im schattigen Biergarten sitzen, seine fahrradgestählten, gebräunten Waden vorführen  und heillos überteuertes Grillgut verzehren. Im Winter hockt man in der gemütlich beheizten Gaststube, die sich vermutlich seit Vattern Hansens Jugend nicht signifikant verändert hat.

Stets einen Abstecher wert: das Hofgut Mauren mit der markanten Kirche Sankt Pelagius. Doch vom Spirituellen nun zurück zu handfesen Genüssen.


Menge: fast hätte ich die Portion nicht geschafft
Spätzle: selbstgemacht
Käse: Emmentaler
Zwiebeln: glücklicherweise echte (nicht solch ekliges Schnippselzeugs wie hier oder hier)
Viskosität:geradezu sensationell fädenziehend
Beilage: ein unauffälliger Beilagensalat
Zubereitungszeit: 25 Minuten
Abgang: leicht, ohne Beschwerden
Preis: 8,80 Euro (inklusive Beilagensalat)
Bewertung: Sympathisch: der überschaubar minimalistische Parkplatz über der Strasse zwingt fast automatisch zu nichtmotorisierter Anreise per Pedes oder Velo. Dann kann man auch ganz unbedenklich dem selbst gemachten Glühwein (mit Orangenscheiben und weihnachtlichen Gewürzen) zusprechen.

Gastronomische Höhepunkte sind nicht zu erwarten; doch das gemütliche Ambiente und ein sattes Gefühl von Landlust rechtfertigen wohlmeinende drei Punkte.


Lokalität; Landgasthof Grüner Baum
71139 Ehningen-Mauren
Telefon: 07034/ 5868


Kommentare:

  1. Seit dem Besitzerwechsel scheint sich das Lokal wieder etwas erholt zu haben. Zuvor hat uns vor allem im Sommer die schlechte Qualität des Grillguts ziemlich verärgert.

    Nun noch ein Vorschhlag: Wieso können sich die aktuellen Macher nicht zu etwas Werbung durchringen? Vielleicht im Wochenblatt oder in der Kreiszeitung? Oder zumindest eine vernünftige Homepage? Wäre doch ein Jammer, wenn der Grüne Baum in die Versenkung verschwinden würde. Wir hoffen auf eine Wiederbelebung.

    AntwortenLöschen
  2. Ulrich Waizmann (Markgröningen)4. April 2012 um 22:12

    Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.

    AntwortenLöschen
  3. Irgendwie sieht es auch im nachhinein nach Mantsche aus.

    AntwortenLöschen
  4. Bis auf unbestimmte Zeit leider wegen Renoverung geschlossen. Die Region verliert ein angesehenes Ausflugslokal.

    AntwortenLöschen
  5. Tja, jetzt vermissen wir den Grünen Baum schmerzlich. Hoffentlich wird er nach der Renovierungsphase in neuem Glanz erstrahlen. Und die Spätzle wünsche ich mir auch neu aufgemischt.

    AntwortenLöschen