Sonntag, 31. Januar 2010

Der Dax fällt **

















Die Böblinger Traditionsbäckerei Frech führt seit 1997 eine boomende, prominent am Unteren See gelegene Bistro-Dependance mit dem wortspielerischen Titel Frechdax. Wieso die Frühstückarrangements literarische Anleihen tragen ("Astrid Lindgren", "Don Quichotte", "Jim Knopf") erschliesst sich allerdings auch unserem bibliophil besetzten Kreis nicht.

Nach einer folgenschweren Verwechslung von Agatha Christie mit Astrid Lindgren muss die etwas desorientierte Servicekraft die lecker aussehende Fischplatte samt Brotkorb wieder entfernen. Wohl dem, der zu bodenständigen und weniger wortgewaltig verbrämten Speisen greift. An unserem Tisch fällt gleich dreifach die Wahl auf Käsespätzle.


Menge: überschaubar
Spätzle:
Fertigprodukt aus dem Hause Hofbauer
Käse:
Emmentaler
Zwiebeln:
dürftig und etwas unbeteiligt neben den Spätzle liegend
Viskosität:
sahnig feucht
Beilage:
kleiner Belagensalat
Zubereitungszeit: erstaunlich kurze 10 Minuten
Abgang:
unbedeutend
Preis:
7,50 (inkl. Salat)
Bewertung:
Leider können die Kässpätzle keinen der drei Testesser vollkommen überzeugen: zu kurz, zu gedrungen, der Käsemix zu sahnig. Etwas versöhnend ist der unschlagbare Blick auf den See.

Lokalität:
Frechdax
Poststr. 6
71032 Böblingen
Telefon 07031 221054
Telefax 07031 237140

Kommentare:

  1. Na, tolle Currywurst: Ein 5-kg Karton bedeutet höchste schwäbische Kochkunst? Ein Regio-Szenegastronom setzt auf "echt schwäbisch, wie handgeschabt" mit Teigware, "deren", laut Hersteller, "extrem hohe Standzeit den Premiumcharakter unterstreichen". Zum Backerbsle noch amoal, wer will denn so was essen?!?! Liebe Leit, lernt endlich schaben, Packungsnüdle hemm mer selbst im Schublädle! Oder Bäcker, bleib bei Deinen Leisten: Mach lieber Deine Weckle! Die Dinger nicht auch noch als "hausgemacht" auf die Karte setzen, ist jedenfalls frecher als der Dachs erlaubt.

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  2. Und immer die gleiche Deko: Gurkenscheibe an Tomatenachtel. Kann man nicht mal einen Preis ausloben für etwas extravagantere Ideen?

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  3. Vielleicht exotisches Obst??
    http://kaesspaetzle.blogspot.com/2009/12/wie-bei-muttern.html

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  4. Im Frechdax kann man supergut frühstücken, auch wenn man manchmal arg lange auf die Servicefachkraft warten muss. Besonders in den Sommermonaten wird man gerne draussen auf der Terrasse übersehen. Aber vielleicht liegt es am blendenden licht? Und drinnen findet man häufig keinen freien Platz. Ungut ist auch, dass Firmen über die Mittagszeit mehrere Tische reservien lassen. Da hat man als Privatperson oft schlechte Karten.

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