Freitag, 27. April 2018

Die letzten Kässpätzle vor Juist ***


















Eben noch im sonnigen Allgäu - eine Woche später schon an der windumtosten Nordsee. Größer könnte der Kontrast kaum sein! Doch die kulinarische Welt besteht nicht nur aus Matjes und Krabben. Seit 2012 hat sich auf Borkum eine Multi-Kulti-Crew um Osman Kalkinc geschart, die sich  "Genussvoll, wohlschmeckend, heimisch, herzlich, aufmerksam, gastfreundlich" auf die Fahnen (respektive die Speisekarte) geschrieben hat.

Die aufmerksame Gastfreundlichkeit geht so weit, dass sich Chef Osman überraschend an unseren Tisch setzt, um dort die Teelichter anzuzünden und gerne auch unsere Fragen zu beantworten. So erfahren wir, wie die Allgäuer Kässpätzle und das (eigentlich badische) Schäufele auf die Nordseeinsel kommen.

Menge: eher dürftig
Spätzle: der (leider inzwischen verstorbene) aus Ulm stammende Koch hat das Handschaben noch Osmans Söhnen gelehrt - heutzutage wird der Teig aus "Bio-Mehl und Bio-Eiern" aber wohl gehobelt
Käse: laut Karte: Allgäuer Emmentaler
Zwiebeln: die angekündigen Röstzwiebeln muss man leider suchen
Viskosität: die bereits abgekühlt servierten, nur noch lauwarmen Kässpätzle lassen die gewünschte Homogenität wermissen
Beilage: zusammen mit den Kässpätzle werden auf einer länglichen, formschönen Schale aus gelbem Craquelé noch etwas Rucula, Krautsalat, Gurkenscheiben und Apfelspalten angerichtet
Zubereitungszeit: lange 25 Minuten, bei vollem Haus
Abgang: zurück bleibt Hunger und ein schales Gefühl
Preis: das "Spezialitäten-Restaurant" lässt sich nicht lumpen und verlangt 14,90 Euro
Bewertung: Am nordwestlichsten Zipfel Deutschlands haben Kässpätzle eindeutig einen hohen Exotismus-Faktor. Der Kenner wird jedoch einiges an Güte und Menge vermissen. Wir honorieren dennoch den guten Willen und das gehobene Ambiente.

Lokalität: Restaurant Alt-Borkum
Roelof-Gerritz-Meyer Str. 10
26757 Borkum
Tel. +49 4922 2005
E-Mail: info@restaurant-altborkum.de

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