Mittwoch, 10. Februar 2016

Pop, der Speisemeister ***

















Pop-up-Locations sind derzeit schwer in Mode und sprießen allerorts aus dem Boden. Davor ist auch unser popeliger Heimatort nicht gefeit. Während Frank Oehlers Küche in der mondänen Hohenheimer Speisemeisterei  renoviert wird, gastiert der Sterne-, Star- und Fernsehkoch ("Die Kochprofis" - Einsatz am Herd) für einige Wochen in der profanen Provinz. Passt gut, denn im Platzhirsch hat der letzte Patron grad das Handtuch geworfen.

Während in der traditionsreichen Gaststube alles noch am alten Fleck steht, wurde der bislang gerne für Vereins- und Familienfeiern genutzte Nebensaal stylish aufgemotzt. Harmoniert prima zur Böblinger Schickeria, die nun zu günstigen Konditionen auch mal Sterneluft schnuppern möchte. 


Menge: glücklicherweise etwas üppiger als die rundum gesichteten Miniportionen
Spätzle: vollschlank und vollmundig
Käse: eine rezent-würzige Melange aus Bergkäse und Limburger
Zwiebeln: in unterschiedlichen Schattierungen geschmälzt
Viskosität: griffig
Beilage: auf den ersten Blick ist der Beilagensalat in 0815-Manier eine einzige Enttäuschung: langweilig, farblos, ideenlos. Erst während des Essens eröffnet sich die Geschmacksvielfalt der leicht süßlichen Vinaigrette, der feinzarten Gurkenscheiben und des robusten Kartoffelsalates
Zubereitungszeit: über 45 Minuten
Abgang: so unbelastet, dass mir nicht mal ein Digestif in den Sinn kommt
Preis: 13,50 Euro (inklusive Beilagensalat)
Bewertung: Auch wenn dieses Gericht - vor allem wegen der hocharomatischen Käsesorten - geschmacklich überzeugt, wirkt die Präsentation unambitioniert und lustlos. Kreative Küche stelle ich mir anders vor!

PS.
Die durchaus soliden Kässpätzle-Interpretationen einiger Platzhirsch-Vorgänger haben wir übrigens bereits 2010 und 2012 goutiert.


Lokalität: Speisemeisterei im Platzhirsch
Pop-up-Restaurant bis 14.01.2016
Postplatz 5
71032 Böblingen
Tel. 07031/ 6333241

Mittwoch, 3. Februar 2016

Gewonnen!!!

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Jipieehh!

Mein Beitrag Wir pilgern ins Pilzparadies hat die Jury des Outdoor Blogger Wettbewerbs auf Wandersüden.de überzeugt.

Kein Wunder: singe ich doch ein Loblied (in Wort und Bild) auf die Kässpätzle der Rösersmühle.

Der Gewinn wird in das Wein- und Naturparkparadies Stromberg-Heuchelberg führen. Wenn´s da mal keine Kässpätzle gibt...

Montag, 18. Januar 2016

Brüder im Geiste ***

















Die Schweiz - als Partnerland der CMT 2016 - legt sich dieses Jahr ganz schön ins Zeug. Da lockt nicht nur die mondäne Grand Tour of Switzerland oder ein Preview des Filmes Schellen-Ursli, sondern natürlich auch eine landestypische Verköstigung im Pressezentrum.

Okay: dieses Gericht unter Kässpätzle zu subsumieren, wäre grob verlässig. Doch während die CMT als Ersatz für reale Reisen herhalten muss, dürften auch die Älpler Makkaroni als gleichrangige Stellvertreter für mein schwäbisches Leibgericht durchgehen. Brüder im Geiste sind sie allemal. 

Menge: zur Einstimmung eine kleinere Portion
Spätzle: keine - stattdessen geschätzte 80% Makkaroni und 20% Kartoffelstückchen
Käse: wir vermuten eine Mischung mit kräftigem Bergkäse
Zwiebeln: sind hier nicht vorgesehen
Viskosität: sämig, mit stärkehaltigem Unterton
Beilage: Apfelmus!
Zubereitungszeit: nicht bekannt
Abgang: wohltuend
Preis: in diesem Falle nicht mit zusätzlichen Kosten verbunden
Bewertung: Pikante und süße Geschmacksaromen gehen hier eine überraschende, durchaus ausbaufähige Symbiose ein.

Lokalität: Aramark
Messe Stuttgart
Telefon: 0711-18560-3100
E-Mail: messe.standcatering@aramark.de

Freitag, 8. Januar 2016

Aufgewacht! ****

















Selten spült uns das Tagesgeschehen an die entlegeneren Gestade des Stuttgarter Umlandes. Wo 2002 noch Rosalies quietschebunten Hasen hockten, lockt heutzutage eher gepflegtes Trainspotting auf die Einflugschneise des nahen Stuttgarter Flughafens.

Mittendrin die Alte Wache, gut behütet unter schützendem Walmdach. Der aufgeweckte Service begrüßt uns ziemlich übertourig, wie unter dauerhaftem Adrenalin stehend. Und hält die hohe Pulsfrequenz tatsächlich bis zum Ende durch.

Menge: war trotz aktiver Mithilfe des Mitessers nicht ganz zu bewältigen
Spätzle: hausgemacht - wie die aufgeweckte Servicedame stolz betont
Käse: hauptsächlich Bergkäse aus dem Schwarzwald
Zwiebeln: unaufdringlich geröstete Zwiebeln
Viskosität: knusprig trocken, herrlich kross und wie der Schwabe sagen würde: rösch
Beilage: eine kleine Schale leichten Beiwerks: luftige Blattsalate, Kresse und eine halbe Tomate
Zubereitungszeit: die gefühlte Viertelstunde wird mit italienischem Weissbrot und gut gekühlter Butter angenehm überbrückt
Abgang: hinterlässt pikante Bäuerchen bis in die Abendstunden hinein
Preis: 9,50 Euro (inklusive Beilagensalat)
Bewertung: Angenehm knusprig-würzige Variate mit leicht unterschwelliger Paprikanote und selbstbewusstem Flair. Eine wundervolle Abwechslung zur schwäbisch-schlonzigen Interpretation - und somit ganz nach meinem Gusto!

Lokalität: Alte Wache
Claude-Dornier-Str. 4
73760 Ostfildern
Tel.: 0711 – 3481365
Fax: 0711 – 3481493
E-Mail: info@alte-wache-ostfildern.de

Mittwoch, 6. Januar 2016

Mit Carle ins neue Jahr ***

 
















Am Dreikönigstag liegt das neue Jahr noch blank und leer vor uns wie ein aufgeschlagenes, ungelesenes Buch. Dasselbe kann man von Carls Brauhaus sagen, falls man es schaffen sollte, das beliebte Lokal noch vor dem Zwölfuhrläuten zu betreten. Danach bleiben nur noch Reserviert-Schilder und Katzentische.

Der Erfolg des Hauses muss an der perfekten Inszenierung einer Illusion von Gemütlichkeit und Bodenständigkeit liegen. Ganze Heerscharen von Innenarchitekten und Food-Designer scheinen ein intelligentes Cross-over von Mutterns Küche und der guten alten Zeit arrangiert zu haben.

Menge: was in ein kleines gusseisernes Pfännle passt
Spätzle: trotz mehrfacher Nachfrage beim Service mag man mir die Herkunft nicht nennen ("das ist ein Geheimnis der Küche")
Käse: je ein Drittel Emmentaler, Bergkäse und Edamer
Zwiebeln: eine überschaubare Menge fein geschmelzter Zwiebeln
Viskosität: elastisch bis sämig
Beilage: bedauerlicherweise keine; auf Wunsch erhalte ich einen kleinen Beilagensalat mit den üblichen Ingredienzien: Blattsalate, geraspelte Möhre, ein Tomatenachtel und eine Alibischeibe Gurke - im aromatisch-würzigen Dressing
Zubereitungszeit: eindeutig zu kurz, um vorbehaltlos an eine frische Zubereitung zu glauben
Abgang: sättigt beschwerde- und umstandslos
Preis: mit 8,90 Euro + 3,90 Euro für den Beilagensalat liegt man glatt im zweistelligen Bereich
Bewertung: Hier wird nichts dem Zufall überlassen. Auch wenn die perfekte Inszenierung fast schon industriellen Charakter hat, kann an Geschmack und Aussehen nicht gemäkelt werden. Am Komplettpreis und der mangelnden Transparenz vielleicht schon eher.

Lokalität: Carls Brauhaus (Wirtshaus am Schlossplatz GmbH)
Stauffenbergstraße 1
70173 Stuttgart
Telefon: 0711 -25974611
Telefax: 0711 – 25974612
E-Mail: stuttgart@carls-brauhaus.de

Montag, 21. Dezember 2015

Vom Rentenfonds zum Bratenfond ***

 
















Zuweilen liegen Vermögens- und Sättigungsmanagement überraschend nah beisammen. Gerne Synergieeffekte nutzend, schätzen wir den bequemen Weg vom Dax zum Lachs, vom Rentenfonds zum Bratenfond.

So gewann die Modernisierung der Böblinger Kreissparkasse durch die Aufrüstung mit einem Mitarbeiterrestaurant an unschätzbarer Attraktivität. Liquiden Kunden im Gäste-Status stehen ebenfalls die Annehmlichkeiten des Ortes zur Verfügung.

Menge: auch wenn die Schöpfkellenportion den riesigen Teller kaum auszufüllen vermag, muss ich kurz vor der Vollendung pappsatt passen
Spätzle: wohlbeleibt und kräftig von Statur
Käse: eine seltene Exklusiv-Mischung aus Emmentaler, Mozzarella und Parmesan
Zwiebeln: saftig angeschmälzte Streifen
Viskosität: angenehm trocken, tendenziell etwas krisselig
Beilage: fein mit Dill gewürzter Gurkensalat, der mengenmäßig noch ausbaufähig wäre
Zubereitungszeit: unbekannt
Abgang: sehr befriedigende Langfristperformance
Preis: 3,50 Euro für Mitarbeiter / 5,50 Euro für Gäste
Bewertung: Günstiges Chance-Risikoprofil bei geringem Einsatz und optimaler Partizipation am gastronomischen Vor-Ort-Portfolio.

Lokalität: Mitarbeiterrestaurant der Kreissparkasse Böblingen
SV-Group
Bahnhofstr. 8
71034 Böblingen

Freitag, 11. Dezember 2015

Und dann ziehn wir mit Gesang in das nächste Restaurang **

















Wer - wie wir - erst mal über die Abkürzung GSV im Lokalnamen rätselt, erhält die Auflösung gleich vorneweg: Gesangs- und Sportverein. Und das auf Maichingens grüner Wiese, den ehemaligen Allmendäckern. Glücklicherweise lassen sich die riesigen Gasträume von der geschätzten Größe eines halben Fussballplatzes gnädig abtrennen, so dass nicht nur der Gesang aussen vor bleibt, sondern auch der Kellner Nr. 4 lange nicht den Weg an unseren Tisch findet.

Deftige Tagesessen und überschaubare Seniorenteller lassen durchaus Rückschlüsse auf die Hauptklientel zu. Auch ein geschmacklicher Hang zum Balkan kann dem Gast nicht schaden.

Menge: ausladende Portion, die auch vier weiteren Mitessern ein großzügiges Versucherle bot
Spätzle:  leider habe ich die Gretchenfrage nach der Herkunft nicht stellen können
Käse: Kellner Nr. 4 wollte für den ausgerufenen Edamer nicht seine Hand ins Feuer legen - daher konnte ich ihn vom gefühlten Emmentaler überzeugen
Zwiebeln: zuerst nicht sichtbar, da - glasklar angedünstet - unter die Spätzlemenge gemischt
Viskosität: dichter Körper, massig
Beilage: ein etwas uninspirierter Beilagensalat aus fertiger Dosenware (zwei Mal Bohnen: grüne Brech- und rote Kidney-) und frischen Bestandteilen (einige Gurkenscheiben, ein Tomatenviertel, gestiftelte Möhren, ein Salatherz)
Zubereitungszeit: 20-30 Minuten
Abgang: unbeschwert
Preis: 9,00 Euro (inklusive Beilagensalat)
Bewertung: Sportlich: Landesliga / Kulinarisch: Bezirksliga.

Lokalität: Vereinsgaststätte GSV Maichingen
Allmendweg 24
71069 Sindelfingen
Telefon: 07031 / 382371
E-Mail: info@gsv-vereinsgaststaette.de