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Samstag, 7. November 2015

Der Punkt auf Schiller *****

 
















Welch Wonne, wenn sich literarische und kulinarische Ambitionen verbinden lassen. Als uns der redegewandte Bundestagspräsident Norbert Lammert zur Eröffnung der diesjährigen Schillerwoche nach Marbach lockt, erhoffen wir uns nicht mehr als ein kaltes Büffet in den Katakomben des Mustentempels.

Stattdessen machen wir im ehemaligen Wohnhaus von Schillers Urgroßvater Kodweiss eine unerwartete gastronomische Entdeckung. Erst seit einem Monat setzt hier das i-dipfele kulinarische Akzente mit liebevollen Unterstreichungen. Während Rolf Sälzle in der winzigen Küche von der Größe einer Kombüse kraftvoll und kreativ werkelt, mache ich im urgemütlichen Gastraum zufällig die Bekanntschaft eines Akteurs des morgigen Speed-Reading im Schiller-Nationalmuseum. 

Menge: eine beachtiche Portion, mit Tomaten- und Melonenscheiben im Pfännle serviert
Spätzle: aus Eigenproduktion
Käse: eine gelungene Mischung aus Bergkäse und Emmentaler
Zwiebeln: reichlich und saftig geschmälzt
Viskosität: gelungene Symbiose aus allen Aggregatzuständen
Beilage: allein der Beilagensalat erhebt Anspruch auf Sonderpunkte: knackige Frische bei Blattsalaten, Gurke und Tomate, dazu superfein gehobelter Kohl, aromatische Karotte, würziger Kartoffelsalat, erfrischende Scheiben von Kaki und Melone - das alles in leichtem, sahnigem Dressing
Zubereitungszeit: nach anfänglicher Überzeugungsarbeit (dank dem Service!) in Nullkommanichts
Abgang: Seligkeit und Sattheit liegen nah beisammen
Preis: 9,80 Euro (inklusive Beilagensalat)
Bewertung: Perfektes Lieblingsessen an einem harmonischen Wohlfühlort im Herzen der Schillerstadt Marbach.Wir wünschen dem Dipfele-Team viel Erfolg für die Zukunft!

Lokalität: i-dipfele
Marktstraße 8
71672 Marbach am Neckar
Tel: 07144 818964
E-Mail: reservierung@i-dipfele.de

Donnerstag, 1. Juli 2010

Spätzle à la Grecque **


















Sektionstreffen der Freunde und Förderer der Stuttgarter Hochschule der Medien. An einem glutheißen Tag finden wir uns in der Schillerstadt Marbach ein und tagen, bis uns der Magen in den Kniekehlen hängt. Erschöpft lassen wir uns in der ersten Gaststätte am Marktplatz nieder, die just von einem Griechen geführt wird. Naja, selbst Schillern zog es gen Arkadien, auch wenn er nur bis Bauernbach kam.

Menge: nicht allzu üppig
Spätzle: laut Patron: hausgemacht
Käse:
laut Patron: Gouda
Zwiebeln:
in die Spätzlemasse untergemengt
Viskosität:
grisselig
Beilage:
ein kleiner griechisch angehauchter Salat (mit 1 Alibi-Peperoni und 2 Oliven)
Zubereitungszeit:
20 Minuten
Abgang: unbedeutend
Preis:
7,90 Euro (inklusive Beilagensalat)
Bewertung:
Selbst der anspruchslose Schiller wäre hier kaum glücklich geworden: fade Spätzle ohne individuelle Note. Geschmälzte Zwiebeln sind ein Fremdwort. Auch meine Mitesser sind nicht vollkommen überzeugt: die Blumenkohlröschen beim Lachssteak beschränken sich auf eine winzige Deko, der Schafskäse im Griechischen Salat kommt nur in homöopathischen Dosen vor.

Was bleibt, ist der vage Zauber des Ortes - und annähernd griechische Temperaturen!


Lokalität:
Restaurant-Cafe Schillerhof
Georgios Keramaris
Marktstrasse 19
71672 Marbach am Neckar
Tel: 07144 - 50 100 15
Fax: 07144 - 50 100 16