Freitag, 4. Februar 2011

German Gemütlichkeit **





























Das Gehirn ist, so sagt man, das Organ, das am meisten Kalorien verbraucht. So strande ich nach den heutigen geistigen Anstrengungen vollkommen ausgehungert und mit mächtigem Zuckersturz bereits vor den Toren Böblingens.

An der historischen Römerstraße gelegen, etwas versteckt im Böblinger Stadtwald, unweit der amerikanischen Panzerkaserne, liegt das Restaurant Waldheim. Bereits im 30. Jahr kredenzt hier die Wirtsfamilie Lutz gutbürgerliche Küche und hat sich in der langen Zeit erfolgreich assimiliert. Der älteste der Lutz-Söhne, im Service tätig, parliert und kommuniziert perfekt zweisprachig.

Während vorne im Schankraum die deutschen Stammgäste bei herzhafter Hausmannskost philosophieren, geniessen im Nebenraum vornehmlich die Angehörigen der amerikanischen Streitkräfte die einladende "German Gemütlichkeit" mit holzvertäfelten Wänden, rustikalem Mobiliar, blühenden Topfpflanzen und schwäbischen Vokabeln auf dem laminierten Platzset. Üppige XL-Portionen von Schnitzel und Zwiebelrostbraten sind hier selbstverständlich.


Menge: genügend
Spätzle: O-Ton: "Grad frisch kocht ausm Hafa gholt, in die Pfann daneba gschmissa ond Sahne dozu - scho is ferdich!"
Käse: Edamer
Zwiebeln: Fehlanzeige
Viskosität: sahnig-schlüpfrig
Beilage: ein bunter, reichhaltiger, würziger Salat aus Rucola, Blattsalat, Gurke (alles frisch), rote Beete, Karotte, Sellerie (aus dem Glas)
Zubereitungszeit: rekordverdächtig: keine 10 Minuten
Abgang: etwas beschwerlich
Preis: 9,-- Euro (inkl. knackigem Salatteller)
Bewertung: Die aufmerksame, stets präsente Bedienung, sehr kurze Wartezeiten und eine deftige Speisenauswahl sorgen für Pluspunkte. Leider wird bei den Käserahmspätzle für meinen Geschmack der Rahm viel zu groß geschrieben - und der komplette Verzicht auf Zwiebeln schmerzt zusätzlich.

Erwähnenswert: Kässpätzle mit Mini-Salatteller auf der Kinderkarte! Das sorgt für frühe Konditionierung!

Lokalität: Restaurant Waldheim
Heuweg 1
71032 Böblingen
Telefon: 07031 / 22 01 39
Telefax: 07031 / 22 01 39

Sonntag, 9. Januar 2011

Brandenkopf revisited ***






























Offenbar waren unsere Weihnachtsgeschenke so großzügig gestreut, dass sich Michael Kurt Beichert und Heidi Riebold im Gegenzug zu einer erneuten Käsespätzle-Einladung genötigt sehen. Ein willkommener Anlass, um den vergangenen Feiertagsvöllereien noch eins drauf zu setzen.

Wieder kommt das bizarre Spätzleria-Wunder der Firma Tupperware zum Einsatz. Feinsinnige diesjährige Variante: zweierlei Mehl für den Spätzleteig, Vor- und Nachspeise von einem externen Lieferanten (empfehlenswert!). Nach mehreren opulenten Gängen kommen wir erst gegen 16 Uhr zum nachträglichen finalen Bleigießen. Hier bin ich vollkommen d´accord mit meinem Orakel, das da prophezeit: "Sie sind klar im Vorteil".


Menge: hatten wir beim letzten Mal nicht mehr?
Spätzle: etwas moppelig und leicht gedrungen
Käse: internationale Alpenmischung aus Schweizer Emmentaler und Zillertaler Bergkäse
Zwiebeln: sehr deftig in Butaris angebräunt (klasse!)
Viskosität: anfänglich mächtig Fäden ziehend, später jedoch leicht klumpend
Beilage: eine üppige gemischte Salatplatte mit Tomate, Gurke, Radieschen und grünem Blattsalat
Zubereitungszeit: einen Sonntagvormittag lang
Abgang: ohne Probleme und Beschwerden
Preis: kostenlos
Bewertung: Die leichten Schwachstellen im vergangenen Jahr (Trockenheit und mangelnde Wärme ) sind nun perfekt ausgeglichen. Wieder einmal formidabel: die ausserordentlich pikanten Röstzwiebeln! Leider kleiner Punkteabzug für die Salatplatte. Noch selbst mit Essig, Öl und Gewürzen zu hantieren, erscheint uns doch etwas unkomfortabel. Ansonsten Anerkennung für den - wie immer - sehr freundlichen Empfang und die familiäre Atmosphäre. Da kommen wir gerne wieder!!


Lokalität:
Michael Kurt Beichert und Heidi Riebold
Brandenkopfweg 14
1. Stock
71067 Sindelfingen
Telefonnummern und Mailadressen auf Anfrage

Freitag, 31. Dezember 2010

Jahresendspurtspätzle ****





























Zum Jahreswechsel 2010/ 2011 fahren die Gourmet-Götter noch mal ein Highlight ganz besonderer Güte auf!

Glückliche Umstände spülen uns an die Gestade des winterlich verhangenen Bodensees. Der Konstanzer Münsterhof lockt mit einer besonderen Variante meiner Leibspeise: "Hausgemachte Kräuterspätzle mit dreierlei Käse". Davon lässt sich sogar mein nichtvegetarischer Begleiter überzeugen, den es ursprünglich an diesem Abend zu den schlichten Fleischtöpfen zog. Dass er trotzdem noch seinen Gelüsten frönen kann, ist einer außergewöhnlichen Beigabe zu verdanken: die in der Pfanne kross angebratenen Spätzle (herrliche Röstaromen!) werden mit einer himmlischen Rotweinsauce serviert, deren betörender Duft mir allein schon die Sinne raubt und die den Mann zum Naschen verleitet. Jetzt verstehen wir auch, wieso ein zusätzlicher Brotkorb zum Essen gereicht wird. Durchaus zur Nachahmung empfohlen!

Menge: ausreichend
Spätzle:
hausgemachte Kräuterspätzle
Käse:
schmackhaftes Dreiergespann: Gruyère, Appenzeller, Bergkäse
Zwiebeln:
sehr würzig geschmälzt
Viskosität: sympathisch trocken
Beilage:
keine; ein zusätzlicher kleiner Beilagensalat (3,70 €) ist ratsam
Zubereitungszeit:
35 Minuten
Abgang:
wohltuend
Preis:
7,90 € (ohne Beilagensalat)
Bewertung:
die prominente Lage zu Füßen des Konstanzer Münsters, ein gut gelauntes, entspanntes Team in Küche und Service, sowie ein reizvolles regionales Speisenangebot zeichnen dieses sehr empfehlenswerte Lokal aus. Im Sommer lädt das malerische Straßencafé mit prominentem Münsterblick zum Draussensitzen ein!

Unbedingt probieren: die hier "Dünnele" genannten, ausserordentlich pikanten Flammkuchen.

Lokalität:
Münsterhof
Café ·· Bar ·· Restaurant ··
Münsterplatz 3
78462 Konstanz

Tel.: +49 (0) 75 31/363 84 27
Fax: +49 (0) 75 31/363 84 28
muensterhof-konstanz@web.de
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.


Donnerstag, 30. Dezember 2010

Zu Fuss ins Himmelreich

Extrem publikumswirksam - am 2. Weihnachtsfeiertag - veröffentlicht “Sonntag Aktuell” meinen Bericht über die Wanderrallye 2009:
Letztendlich habe ich dieser 16tägigen Mammutwanderung mein initiales Kässpätzle-Erlebnis zu verdanken. Und das fern der Heimat!!

Dank an Winterberg, Dank an das Heidehotel Hildfeld!!

Sonntag, 5. Dezember 2010

Spätzle im Galopp **






























Sanfter Schneefall bei leichten Plusgraden. Mit gedrosselten 200 Pferdestärken (grosszügig aufaddiert) traben wir in die Sindelfinger Viehweide. Von zwei Reithallen umschlossen, kann man im dazwischen liegenden Stüble auf ambitionierte Galoppübungen blicken und dabei wahlweise Käsefondue oder Käsespätzle verspeisen.

Wir einigen uns - oh Wunder - auf letzteres. Der übliche "Gruss aus der Küche" nennt sich hier lakonisch "Überbrückung der Wartezeit" und besteht aus Baguette mit reichlich Butter und Griebenschmalz. Das unüberhörbare Bimmeln der Mikrowelle kündigt auch schon die nahenden Kässpätzle an, die hier adrett in einer Auflaufform dargereicht werden. Leider muss der Beilagensalat extra geordert werden, besticht dafür jedoch durch überraschend appetitliche Frische.


Menge: was in eine ovale Auflaufform passt
Spätzle: laut Auskunft: "hausgemacht, eben noch von Hand geschabt"
Käse: laut Auskunft: "Appenzeller und Gruyerzer", auf jeden Fall sehr würzig
Zwiebeln: knurpselig
Viskosität: leicht kleistrig, jedoch mit kross überbackener Oberfläche
Beilage: keine; ein üppiger, knackiger, abwechslungsreicher Beilagensalat (leider mit Fertigdressing) kann extra dazu bestellt werden (3,50 €)
Zubereitungszeit: 30 Minuten
Abgang: etwas beschwerlich
Preis: 7,50 € ohne Salat / 11,00 € mit Salat
Bewertung: Aufstrebendes Bemühen ist deutlich zu erkennen. Für einen Gesamtpreis von über 10 Euro wird andernorts jedoch deutlich anspruchsvolleres Ambiente und professionellerer Service geboten. Pferdefreunde kommen hier auf jeden Fall auf ihre Kosten und im Sommer dürfte die Raumtemperatur auch locker im zweistelligen Plusbereich liegen. Heute haben wir zumindest gefroren.

Lokalität: Reiterstüble Sindelfingen
Jens Reinheimer
Hans-Holbein-Straße 2
71065 Sindelfingen-Viehweide

Telefon: 07031/ 815479

Donnerstag, 2. Dezember 2010

Winterreifen, Weihnachtsmann, Misteln .... ***





























... sind die Stichwörter des heutigen Literatursports. Dazu (und zur Präsentation der aktuellen
Neuerscheinung "Von Kanada bis Wumbaba" der legendären Textwerkstatt Sindelfingen) lädt der umtriebige Kursleiter Dietmar Seiler in die urigen Katakomben der Sindelfinger Besenwirtschaft Zaiß ein.

Bei Hauswein und Griebenschmalz aus dem Steinguttöpfchen verfassen die allesamt literarisch ambitionierten Anwesenden in Nullkommanix ganz erstaunliche Erzählungen, Short Stories, Limericks, Reime - und tragen sie gleich noch weltgewandt vor. Klagenfurt ist schnöde Provinz dagegen.

Währenddessen mache ich eine Etage höher bei den Wirten meinen Sonderwunsch klar. Hier zeigt man Herz und willigt nach kurzem Nachdenken spontan ein, mir exklusive Kässpätzle zu kredenzen, auch wenn die aktuelle Karte nichts dergleichen vorsieht. Sonderpunkte für so viel Kundenfreundlichkeit und Flexibilität!

Menge: reicht so
Spätzle: augenscheinlich handgemacht
Käse: rezenter Bergkäse
Zwiebeln: sehr fein gehackt und so braun angeschmälzt, dass der fleischessende Nebensitzer sie fälschlicherweise als Speckwürfelchen interpretiert
Viskosität: einfach optimal!
Beilage: kleine, etwas spärliche Salatgarnitur am Rande
Zubereitungszeit: 20 Minuten trotz Hochbetrieb
Abgang: leicht
Preis: 7,50 Euro
Bewertung: Zünftiges Ambiente, ausgelassene Stimmung und ausgesprochen herzliche Bedienung. Wer bodenständig-schwäbische Küche bevorzugt, befindet sich hier in allerbesten Händen. Die Kässpätzle haben durchaus das Zeug dazu, fest in die Karte aufgenommen zu werden. Dann jedoch gerne mit einem zusätzlichen Salatteller.

Empfehlenswert wahlweise als Aperitif oder Digestif: der erstaunlich aromatische Weintraubenbrand.

Lokalität:
Zum Besenwirt
Inhaber: A. Zaiß

Ziegelstraße 33
74372 Sindelfingen (Mitte)
Telefon: (0 70 31) 68 66 66


Montag, 29. November 2010

Kramer gegen Kramer *****





























Noch ein Geschenkgutschein, noch ein gemeinsames Kässpätzle-Essen. Für einen reservierten Tisch im gediegen-gehobenen Ambiente von Kramer´s Stüble lasse ich sogar den aktuellen Tatort sausen. Und das will was heissen!

Dank des überaus aufmerksamen und zuvorkommenden Services werde ich umgehend meines Mantels entledigt und mit der Empfehlung des Hauses (einem fruchtigen, säurearmen Riesling von Jörg Ellwanger) beglückt. Die Kässpätzle befinden sich zwar nur auf der "Kleinen Karte" ab 22 Uhr, stehen mir aber ohne Umstände sofort zur Verfügung. Doch zuvor überrascht uns noch ein "Gruß aus der Küche": ein herrlich fluffiges Soufflée mit Zucchini und Shrimps, sowie eine fleischliche Sülze, die ich erfolgreich mit meinem Nebensitzer eintausche.


Menge: was erst überschaubar wirkt, entpuppt sich als mächtige Herausforderung
Spätzle: herrlich kross überbackene Eigenproduktion, im gusseisernen Pfännle serviert
Käse: Edamer - und zwar reichlich!
Zwiebeln: sehr feine, nur leicht angeschmelzte Würfelchen, sowohl als Topping, wie auch unter die Spätzle gemischt
Viskosität: anständig Fäden ziehend
Beilage: feiner Beilagensalat (Gurke, Tomate, Feld- und Frieseesalat) mit einer aussergewöhnlichen Fülle würziger Croutons
Zubereitungszeit: 25 Minuten
Abgang: einfach glücklich machend
Preis: 9,00 Euro (inkl. Beilagensalat)
Bewertung: Das absolute Highlight des Monats: fachkundiger Service, gepflegtes Ambiente, hervorragende Speisen, sowie eine ansprechende Auswahl feiner Digestive (das zarte Aroma des Zibärtle-Brandes kann es sogar mit meinem aufkommenden Schnupfen aufnehmen). Tischreservierung wird dringend empfohlen!

Lokalität: Kramer´s Stüble
ERIKSON Hotel -
Hanns-Martin-Schleyer-Straße 8
71063 Sindelfingen
Tel.: +49 (0)7031/935-0
Fax: +49 (0)7031/935-555
Tischreservierung online: http://www.erikson.de/38.0.html