Sonntag, 14. November 2010

Vom Grundsatz her: hausgemacht ***





























Im Grunde liegt die Gaststätte "Im Grund" fast vor unserer Haustüre - zumindest in Fusslaufnähe. Unerklärlich, dass wir dort noch nie gespeist haben.

Letztendlich haben wir den heutigen Versuch der Fussballübertragung im Grund`schen Lokal, sowie der wohlwollenden Empfehlung unseres Hausfreundes Mike zu verdanken. Tatsächlich harmoniert Mikes Outfit auch überraschend harmonisch mit den mediterranen Wandgemälden und floralen Dekorationen der erstaunlich heimeligen Gaststätte.

Menge: anständig
Spätzle:
offizielle Auskunft: "Vom Grundsatz her hausgemacht - nur wenn viel los ist, nehmen wir welche von Tress"
Käse:
Edamer und Emmentaler
Zwiebeln: feucht angeschmälzte, aromatische Frischware im Überfluss
Viskosität:
moderat fädenziehend
Beilage: bunter Beilagensalat mit leider etwas zu cremigem Dressing
Zubereitungszeit: recht lange 40 Minuten
Abgang: sehr befriedigend
Preis: 8,20 € (inkl. Beilagensalat)
Bewertung: Freundliches Ambiente mit sehr nettem, professionellem Service. Dass offenbar viel los war und die Spätzle-Herkunft somit der Firma Tress zuzuschreiben war, sehen wir den Umständen nach. Wir haben uns auf jeden Fall sehr wohl gefühlt und kommen bei nächster Gelegenheit wieder.

Lokalität:
Gaststätte Im Grund
Maurener Weg 69
71034 Böblingen
Telefon: 07031 272108

Freitag, 5. November 2010

Sacher, ohne Torte ***






























Man muss die Feste feiern, wie sie fallen. Gerne auch den 50. Geburtstag ein halbes Jahr später.

Da man sich im fortgeschrittenen Alter nichts mehr wünscht, was im Regal verstauben könnte, bin ich mit reichlich Essensgutscheinen beglückt worden. Ein besonders attraktiver (von der früheren Kollegin, treuen Kommentatorin und zuverlässigen Anhängerin Nela) führt mich ins Brauhaus Sacher, malerisch im Leonberger Bermudadreieck zwischen S-Bahn-Haltestelle, OBI-Baumarkt und Aldi-Supermarkt gelegen.

Im zünftig-rustikalen Ambiente einer restaurierten ehemaligen Güterhalle werden deftige schwäbische Spezialitäten serviert, zusammen mit leckerem Bier aus der Hausbrauerei. Dass das Lokal täglich ab 17 Uhr rappelvoll ist, versteht sich von selbst. Leider wird - vermutlich aus Personalmangel - erst gegen später die obere, umlaufende Galerie geöffnet.

Menge: reichlich
Spätzle: zu perfekt, um handgeschabt zu sein
Käse:
wird mustergültig bereits in der Karte ausgewiesen: Emmentaler, Edamer, Bergkäse
Zwiebeln: saftig geschmälzt
Viskosität: saaaahnig
Beilage:
ein sehr frisches Arrangement aus grünen Blattsalaten, Paprika, Zwiebeln, Radieschen und Tomate
Zubereitungszeit:
rekordverdächtig: knapp unter 10 Minuten
Abgang:
unbeschwert
Preis:
8,30 € (inkl. Grünzeug)
Bewertung:
Uriges, gut frequentiertes Lokal mit attraktiven Aktionen, wechselnden Monatsbieren und kostenlosem W-LAN-Zugang. Die Kässpätzle sind für meinen Geschmack zwar etwas zu sahnig und soft - doch das stimmige Drumherum überzeugt. Ebenfalls lecker: der knusprige Flammkuchen meiner Begleiterin. Geradezu legendär: das Bieramisu als Dessert! Und die jeweils aktuelle Karte darf selbstverständlich als Andenken mit nach Hause genommen werden.

Lokalität:
Brauhaus Sacher
Bahnhofstraße 82
71229 Leonberg
Telefon 0 71 52 / 33 95 15
info@brauhaus-sacher.de

Montag, 1. November 2010

Yes, we can Kässpätzle ***





























Die beginnende Rekonvaleszenz treibt uns raus in die Natur. Doch nach einer Stunde in der frischen Luft sind wir schon fix und alle. Und hungrig dazu.

Allerheiligen, Montag und später Nachmittag scheinen jedoch eine denkbar schlechte Kombination zu sein, um ein offenes Lokal zu finden. Ein abgefahrenes Roadmovie treibt uns durch die schwäbische Prairie: Monakam, Bad Liebenzell, Hirsau, Calw, Deckenpfronn, Affstätt, Nufringen, Gärtringen. Eher versehentlich streifen wir Aidligen, wo uns vom Industriegebiet aus ein leuchtend rotes OPEN entgegenblinkt.

Mit letzter Kraft werfen wir die Schwingtür auf ins Filou - American Diner. Und treten breitbeinig ein in eine wundersame Parallelwelt, die Quentin Tarantino auf der Location Tour für seinen nächsten Thriller entdeckt haben könnte. Hier rockt die coole Dorfjugend des umliegenden Heckengäus und konsumiert so kuriose Dinge wie Effect Boat (0,7 l Wodka und 6 Dosen Effect), Marble Chocalate Chip Cheese Brulee oder 2kg-Fleischstücke.

Fast das komplette Lokal ist vorreserviert, bis auf ein paar wenige Plätze in einem Nebenraum, wo einem schummriges Rotlicht, wummernde Bässe und Zigarrettenqualm (die Gesetze des Wilden Westens kennen kein Rauchverbot) entgegenwabern.


Menge: Supersize me!
Spätzle:
laut Bedienung: "von unserem Lieferanten"
Käse:
laut Bedienung: "von unserem Lieferanten" - nach einigem angestrengten Überlegen mit dem Zusatz: "Emmentaler? "
Zwiebeln: die volle Dröhnung: ein Mix aus Fertigröstzwiebeln mit mehlig angeschwitzter Frischware
Viskosität:
nicht erkennbar
Beilage:
ein bunter, leider etwas sauer angemachter Salat: Blattsalat, Tomate, Paprika, Zwiebel, dazu als Deko zwei Orangenscheiben und Blätter einer Yuccapalme
Zubereitungszeit:
unglaublich schnelle 10 Minuten - allein das Arrangieren und Mikrowellieren müsste doch länger dauern?
Abgang:
schwer
Preis: 7,80 (inkl. Salat)
Bewertung:
Beachtliche XXXL-Portion, abenteuerlich auf einem überdimensionalen Schiffchen angerichtet, das andernorts als Vorlagenplatte dienen könnte. Ambiente und Publikum sind so beeindruckend, dass einem schlichtweg die Spucke wegbleibt. Macht nix, die Reste werden umgehend eingepackt.


Lokalität:
American-Diner-Filou
Forchenweg 38
71134 Aidlingen
Tel. & Fax: 07034/257700

Sonntag, 24. Oktober 2010

Kulinarische Kreativpause
















Während mir gegenwärtig ein grippaler Infekt sämtlichen Appetit raubt, ruht die Presse nicht. Binnen weniger Tage berichten kessel.tv, Antenne 1 und die Stuttgarter Nachrichten über diesen Blog.

Letztere bringen meine Ausführungen sogar in direkte Nähe zu einem Spätzle-Rezept von Vincent Klink. Geschmeichelt frage ich bei selbigem nach, wann wir uns denn mal zu einem kulinarischen Treffen verabreden könnten. Schon anderntags erfolgt die Antwort von der Wielandshöhe:

Sehr geehrte Frau Jaiser,
herzlichen Dank für Ihre mail an Vincent Klink. Leider muss er Sie enttäuschen, denn auf der Wielandshöhe stehen Kässpätzle nicht auf der Karte.

Schadeschade, vielleicht sollte ich mich dann doch an die Kessel-Empfehlungen für downtown Stuttgart halten?

Wer bietet mehr?

Montag, 20. September 2010

Einkehrschwung ***






























Dieses Jahr haben wir uns glatt in den Schwäbischen Wald verliebt. Schon bei der Pilztour vor einigen Wochen wurde die Rösersmühle für die nächste Einkehr vorgemerkt. Und tatsächlich sitzen wir nun im prächtigen Spätsommersonnenschein vor dem urigen Lokal in Skihütten-Optik.

Menge: passt!
Spätzle:
hausgemacht
Käse: Emmentaler
Zwiebeln: leicht angebraten
Viskosität: eher trocken
Beilage:
ein schmackhafter frischer Beilagensalat (Blattsalat, Kraut, Möhre, Radieschen) mit herzhaften Senfdressing
Zubereitungszeit: 15 Minuten
Abgang: leicht rumorend
Preis:
6,50 (inkl. Salat)
Bewertung:
Deftig-wohlschmeckende Küche zu vernünftigem Preis. Zwar hätten wir uns etwas weniger sparsamen Einsatz von Käse und Zwiebeln gewünscht, doch der überaus frische Beilagensalat gleicht aus. Sehr empfehlenswert: die üppigen selbstgemachten Maultaschen.

PS
Lesenswerte Randnotiz: Felix Hubys "Bienzle und der Biedermann" spielt hier ums Eck, in Grab.

Lokalität:
Zur Einkehr
Hans Schoch
Rösersmühle
74535 Mainhardt
Telefon: 07903 2315 oder 07903 932 842

Sonntag, 12. September 2010

Vor dem Stüble ***






























Vielleicht der letzte sonnige Sommersonntag in diesem Jahr! Das muss gebührend gefeiert werden: mit einer Neckarfahrt von Heilbronn bis Gundelsheim (und retour). Angesichts einer Schiffsladung voller Sonntagsausflügler und Herden von Mountainbikern quillt die Gundelsheimer Gastronomie aus allen Nähten. Glücklicherweise ergattere ich noch einen Platz vor dem Bräustüble, mitten in der Fußgängerzone, mit malerischem Blick auf die Katholische Kirche, die am heutigen Tag des Offenen Denkmals ihre Tore weit geöffnet hat.

Menge: hätte noch mehr vertragen können
Spätzle: augenscheinlich handgemacht und von kräftig gelber Farbe
Käse: hochprozentiger Edamer
Zwiebeln: leicht angeschmälzt unter die Spätzle gehoben
Viskosität: filigrane Fädchen ziehend
Beilage: kleine Portion Kopfsalat mit süßlich angehauchtem Sahnedressing
Zubereitungszeit: 35 Minuten
Abgang: unbeschwert
Preis: 7,00 Euro (inkl. Salat)
Bewertung: Bodenständige, authentische Küche ohne Schnickschnack. Leider sind die Kässpätzle flächendeckend mit Speckwürfelchen durchsetzt, was einem Vegetarier das Leben (und Essen) schwer macht. Die beiden Radfahrer an meinem Tisch schärmen übrigens von der Pasta mit Pfifferlingen und vom Viertele Gundelsheimer Staufenberg.

Lokalität:Gaststätte Bräustüble
Schloßstraße 14
74831 Gundelsheim
Tel: 06269-8453
Fax: 06269-45285
E-Mail: service@braeustueble.de

Dienstag, 7. September 2010

Unterm Hirschgeweih **





























Gewonnen! Heute lädt uns die Stuttgarter Zeitung im Rahmen ihrer diesjährigen Sommeraktion zur Veranstaltung "Jagd im Schönbuch" ein. Gemeinsam mit Diplom-Forstwirt Götz Graf von Bülow und seinem Deutschen Drahthaar Theo streifen wir durch die herbstlichen Wälder rund um Bebenhausen, bestaunen die neueste Wildschwein-Randale und ereifern uns über die dekadenten Jagdgewohnheiten des verstorbenen Landadels.

Wen wundert`s da, dass Götz Graf von Bülow eine Lanze für den Verzehr heimischer Wildgerichte bricht. Doch nach der dreieinhalbstündigen Wanderung steht uns der Sinn nach anderen Leckereien. Im nahe gelegenen Gasthof "Sonne" tagt zwar noch der gefühlte Jahrgang 1951 des Tübinger Kepler-Gymnasiums, doch wir werden an unserem mit Hirschgeweihen bekrönten Tisch umgehend bedient.

Menge: ausreichend
Spätzle:
leider ein Fertigprodukt
Käse: laut Servicedame: "so ne Mischung halt"
Zwiebeln:
fein gehackt und würzig geschmälzt, mit Schnittlauch garniert
Viskosität:
zäh
Beilage:
ein überaus lecker angemachter kleiner Salat mit herzhaftem Hausdressing (wir wittern Fondor, die Fachfrau besteht auf Senf)
Zubereitungszeit: 20 Minuten
Abgang:
leicht blähend
Preis:
7,80 Euro
Bewertung:
Ordentliches Mittelfeld. Die Speisen sind 1a gewürzt, wenngleich über die Zutaten eher Stillschweigen herrscht. Etwas mehr Transparenz würde das Vertrauen in die Küche erhöhen.

Lokalität:
Gasthof Sonne
Hartmut Heller
Schönbuchstr. 15
72074 Tübingen
Telefon: 07071 / 67401
Telefax: 07071 / 67749